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Die Romane der Scheibenwelt
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Maggi

Die Romane der Scheibenwelt (verfasst: Freitag, 22. August 2003, 13:41) #

Welcher Ungläubige meinte, die Welt wäre eine Kugel? Dabei weiß doch jedes Kind, dass die Welt eine Scheibe ist. Eine Scheibe, wie eine Pizza - mit Tomaten, Käse, Oliven - aber ohne Anschovis. Dazu fehlte Ihm, dem alleinigen Schöpfer der Scheibenwelt die nötige Kreativität. Die Sache mit den Anschovis erledigten später die Götter, die in ihrem Tempel auf den Spitzhornbergen hausen - und die Menschen unter ihrem Heiligen Hochsitz wuseln lassen, wie sie wuseln wollen. Schließlich haben die Götter eine Eigenart, die man nicht vergessen sollte: Ihr Bestehen hält sich an der Tatsache fest, dass die Menschen glauben, es würde Götter geben. Ein Produkt der Fantasie, was seine Begründung sicherlich wie alles andere auch, was auf der Scheibenwelt lebt, in dem thaumaturgischen Kraftfeld um die ganze Pizza der Welt findet.

Um die Frage des Seins wird natürlich auch auf der Scheibenwelt diskutiert. Zwar sind den Zauberern die Künste der Philosophie weitestgehend verschlossen - und die Zauberer sind nicht unglücklich deswegen. Aber es gibt immer wieder einige traurige Seelen, die sich kurz vor ihrem Ableben Gedanken machen: "Wozu das alles?"
Schließlich hat man sich darauf geeignet, dass es eine kleine Störung im Raum-Zeit-Kontinuum gegeben haben muss. Diese Theorie ist zwar umstritten, da einige Experten der Meinung sind, die Zeit habe mit dem Entstehen der Scheibenwelt ihren Anfang gefunden. Sie vertrauen auf die vermeintliche Erkenntnis, dass dem Schöpfer langweilig war. Woher sollte sonst Groß-A-Tuin, die gewaltige Sternenschildkröte, mit Kometeneis und Kratern (sowie vier Elefanten, die ihrerseits die Scheibenwelt auf dem Rücken tragen) auf dem Panzer, entstanden sein?

Wie dem auch sei. Tatsache ist, dass Terry Pratchett ein beeindruckendes und beeindruckend komisches Universum erfunden hat. Im Mittelpunkt steht (fast) stets die Magie (der Grund, warum sich das Licht der Scheibenwelt eher träge bewegt. Sirup wäre ein passender Vergleich) und die Abenteuer der Bewohner der Scheibenwelt mit ihr. So erlebt man die Geschichte eines unfähigen Zauberers, die eines Jungen, welcher der Gehilfe des Todes wird, eine kleine Revoluzzerin, die auf Emanzipation in Sachen Zauberern Wert legt, und sich mit ihrem Stand als Hexe nicht zufrieden gibt - und die Apokralypse, das Ende der Welt, hervorgerufen durch kreative Magie.

Eigentlich hatte alles angefangen mit diesem Thread auf dem ForenHotel. Es ging um Bücher, "die man lesen muss". Neugierig aufgrund diversen Empfehlungen der Scheibenwelt bestellte ich mir die ersten beiden Bände von Terry Pratchett - und ließ bis heute nicht mehr los. Mit diesen Büchern hat Herr Pratchett genau meinen Geschmack getroffen und einen durchaus willigen Käufer gefunden ;-) . Alles zu erklären, was in den Büchern geschieht, wäre viel zu viel - so bleibt mir nur ein:
Dringendst empfehlenswert!


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Nehmen wir an, daß eine kleine monochromatische Lichtquelle Licht ausstrahlt auf einen schwarzen Schirm, der zwei kleine Löcher hat. Die Durchmesser der Löcher brauchen nicht viel größer zu sein als die Wellenlänge des Lichtes, aber ihr Abstand soll erheblich größer sein. In einigem Abstand hinter dem Schirm soll eine photographische Platte das ankommende Licht auffangen. Wenn man dieses Experiment in den Begriffen des Wellenbildes beschreibt, so sagt man, daß die Primärwelle durch beide Löcher dringt. Es wird also zwei sekundäre Kugelwellen geben, die von den Löchern ihren Ausgang nehmen und die miteinander interferieren. Die Interferenz wird ein Muster stärkerer und schwächerer Intensitäten, die sogenannten Interferenzstreifen, auf der photographischen Platte hervorbringen. Die Schwärzung der photographischen Platte ist im Quantenprozeß ein chemischer Vorgang, der durch einzelne Lichtquanten hervorgerufen wird. Daher muß man das Experiment auch in der Lichtquantenvorstellung beschreiben können. Wenn es nun erlaubt wäre, darüber zu sprechen, was dem einzelnen Lichtquant zwischen seiner Emission von der Lichtquelle und seiner Absorption in der photographischen Platte passiert, so könnte man in derfolgenden Weise argumentieren. Das einzelne Lichtquant kann entweder durch das erste oder durch das zweite Loch gehen. Wenn es durch das erste Loch geht und dort gestreut wird, so ist die Wahrscheinlichkeit dafür, daß es später an einem bestimmten Punkt der photographischen Platte absorbiert wird, davon unabhängig, ob das zweite Loch geschlossen oder offen ist. Die Wahrscheinlichkeitsverteilung auf der Platte muß die gleiche sein, als wenn nur das erste Loch offen wäre. Wenn man das Experiment viele Male wiederholt und alle die Fälle zusammenfaßt, in denen das Lichtquant durch das erste Loch gegangen ist, so sollte die Schwärzung der photographischen Platte dieser Wahrscheinlichkeitsverteilung entsprechen. Wenn man nur die Lichtquanten betrachtet, die durch das zweite Loch gegangen sind, so sollte die Schwärzungsverteilung jener entsprechen, die man aus der Annahme enthält, daß nur das zweite Loch offen war. Die Gesamtschwärzung sollte also genau die Summe der Schwärzungen in beiden Fällen sein; in anderen Worten, es sollte keine Interferenzstreifen geben. Aber wir wissen, daß dies falsch ist, und das Experiment wird zweifellos die Interferenzstreifen zeigen. Daraus erkennt man, daß die Aussage, das Lichtquant müsse entweder durch das eine oder durch das andere Loch gegangen sein, problematisch ist und zu Widersprüchen führt. Man erkennt an diesem Beispiel deutlich, daß der Begriff der Wahrscheinlichkeitsfunktion nicht eine raum-zeitliche Beschreibung dessen erlaubt, was zwischen zwei Beobachtungen geschieht. Jeder Versuch, eine solche Beschreibung zu finden, würde zu Widersprüchen führen. Dies bedeutet, daß schon der Begriff 'Geschehen' auf die Beobachtung beschränkt werden muß. Das ist allerdings ein sehr merkwürdiges Resultat, das zu zeigen scheint, daß die Beobachtungen eine entscheidende Rolle bei dem Vorgang spielt und daß die Wirklichkeit verschieden ist, je nachdem, ob wir sie beobachten oder nicht.

Werner Heisenberg (Physik und Philosophie, Frankfurt 1973, S. 34 f.)






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