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Annäherung an die Objektivität?
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Eik

Annäherung an die Objektivität? (verfasst: Mittwoch, 19. Mai 2004, 12:28) #

In zahlreichen Diskussionen wurdein unserem Forum darüber nachgedacht, inwiefern der menschliche Geist dazu in der Lage ist oder nicht ist, Realität objektiv wahrzunehmen. Einige bezweifeln jegliche Möglichkeit einer objektiven Wahrnehmung, andere, so auch ich, sprechen von Annäherung an die Objektivität.

Befangenheiten stehen dabei immer im Wege, so z.B. der direkte und existenzielle Einfluss sehr nahe stehender Menschen und vor allem antrainierte Verhaltensmuster die "scheinbar" dem Überleben dienen und oft eine "Antwort" auf die Erziehung durch die Eltern, Verwandten Freunde ect. sind, was je nach Intelligenz von erstaunlicher Taktiererei bis zu voluminösen Lügengebäuden führen kann (wobei man sich selbst am "perfektesten" belügt und daran fest, meist ehrlichen Herzens, glaubt). Vor der "Befreiung" von diesen Gegebenheiten, ist wirkliche Erkenntnis nur schwer möglich, auch wenn der Druck solcher Dinge zu erstaunlichen Durchbrüchen von Klarheit führen kann. Bevor man sich selbst nicht gefunden hat und sich seiner "wahren" Natur nicht bewusst ist, bleibt Erkenntnissuche immer "Stückwerk".

Der Prozess von Erkenntnis als solcher und wie er sich auch im Sinne  der "alten Gnosis" und der "ägyptischen Weisheitslehren" versteht, stellt diese Art der Annäherung an die Objektivität (Wahrheit) nämlich dar, sofern er auch als ein Akt dieser Annäherung begriffen wird.

Dabei geht es nicht um irgendwelche speziellen Praktiken und Ereignisse ( es könnte ein Bild sein, ein Musikstück, Lyrik, ein Freund, eine Meditation, eine Begebenheit, ein Ereignis, was sich nicht mit dem was man kennt erklären lässt ect.) , die zu Erkenntnissen führen können, aber nicht zwangsläufig müssen. Es geht nicht um eine esoterische Weltsicht und auch nicht um eine Flucht aus der Realität oder um irgendein statisches Gedankengebäude, wie es Religionen vorgeben. Im Gegenteil, es ist ein Prozess der ständig im Fluss ist, der sich in der Konsequenz von allem statischen zu befreien sucht und jeder erkannte Grenze auch überwinden möchte. Diesen Prozess erlebt man und dass auf wirklich unterschiedliche Art und Weise, so unterschiedlich, dass es niemals irgendein "Rezept" oder irgendeine allgemeingültige Methode (Ritus, Religion, Glaube ect.) geben wird.

Natürlich hat man versucht sich über die Ergebnisse dieses Prozesses auszutauschen und es gibt ja nur einen Maßstab, andrem man solche messen kann - das ist die Realität! Diese aber besteht nicht nur, aus dem, was wir offenbar, unmittelbar und direkt wahrnehmen, dass ist nur immer unser jeweiliger individueller Ausschnitt dieser Objektiven Realität. Es ist auch nicht beschränkt auf das, was die Wissenschaft heutzutage zu beschreiben vermag, auch das stellt nur einen kleinen Ausschnitt dieser objektiven Realität dar. Aber man findet jede Menge solcher Protokolle eines Austausches in der Geschichte der Menschheit, so unter anderem auch in "gnostischen Texten", altägyptischen Papyri, in zahlreichen mythologischen Schriften (Veden, Edda, Tripittaka, Gilgamesh, Bibel ect.), in Berichten von Zeitgenossen, meist literarisch "verpackt" (Glasperlenspiel von Th. Mann, Schriften von Sloterdijk, das "Evangelium nach Lump" ect.) und nicht zuletzt im Erfahrungsaustausch des täglichen Lebens.

Da Erkenntnis "fließend" voranschreitet, werden sich die Sichtweise im täglichen Leben und damit der Standpunkt zu den Dingen auch ständig verändern. Niemand der diesen Prozess aktiv durchläuft und damit auch Wirklichkeit gestaltet, wird an irgendwelchen Klischees oder Denkmustern "kleben" bleiben.

So wie ein Baum, den alle Menschen gemeinsam wahrzunehmen in der Lage sind, und dessen objektives Vorhandensein niemand bezweifeln wird, weder der, der ihn selbst berührt, noch der, der nur glaubwürdig von dessen Existenz erfährt, real existiert, so ist das eben jenes Maß, an dem sich diese objektive Realität (bzw. die Objektivität der Realität) messen lässt - wobei die Individualität der Erfahrung, völlig unerheblich ist, da das festellende Ergebnis gleich bleibt. Nun gibt es darüber hinaus (und es ist nicht von der Hand zu weisen, das es diese genau aus diesem Grund gibt), alte Schriften, die auch solche Objektivitäten schildern, die jeder wider erkennt, der diese (auf welche Weise auch immer) jemals schon wahrgenommen hat. Viele individuelle Erlebnisse und Ereignisse finden so das erste mal eine Übereinstimmung mit den Beobachtungen anderer. Vorausgesetzt, man liest die Schriften erst nasch dem Erlebnis. Wenn man selbst solche Erlebnisse (Visionen, Träume ect.) hat und diese Aufschreibt, oder erzählt, kann es sein, das Andere ihre eigenen Beobachtungen darin wieder finden. Wobei man über die Art und Inhalte der Übereinstimmungen noch diskutieren könnte, nicht aber über die Tatsache selbst. Solche Beobachtungen finden in unserer Zeit oft sehr exotische Erklärungsversuche (z.B. das morphogenetisches Feld), meist erweisen sich die Dinge jedoch als wesentlich simpler. So ist es eben möglich, dass ein alter Papyrus, die Geburt eines Sternes beschreibt und diese Beschreibung mit heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen durchaus übereinstimmt, so wie Erkenntnis überhaupt niemals ein Widerspruch zur modernen Wissenschaft ist, nur oft deren Grenzen eben nicht kennt bzw. hat. So ist es möglich, dass eine "Traumwelt" für viele Menschen in ihren Erscheinungsbildern real existent ist und man Orte, die sich nicht in diesem unserem physikalischem Universum befinden, unabhängig voneinander besuchen kann. So ist es möglich, Erklärungen für Ereignisse zu finden, die sich den Gesetzen des Universums zu entziehen scheinen (obwohl sie dies objektiv nicht tun).

So ist es möglich Grenzen zu erkennen und diese zu überschreiten, auf dem nicht endenden Weg zur Wirklichkeit...
...auf dem Toleranz und Verständnis - von sich selbst und von Anderen - ständig wachsen und Ansichten sich somit stetig ändern...


antwort mit zitat

Akareyon

(verfasst: Donnerstag, 27. Mai 2004, 23:35) #

Sei herzlich willkommen, Eik (und entschuldige die späte Antwort)!

Wie ich weiß, kennst Du Dich ein wenig besser mit vielen erkenntnistheoretischen Texten aus als ich - und bist noch dazu mit altägyptischen Papyri vertraut, die mir einfach mal vollkommen fremd sind.

Mein rudimentäres Wissen um den einen oder anderen Denkansatz der Menschheitsgeschichte gereichte mir jedoch zu ähnlichen Annahmen, wie Du sie im zweiten Absatz formulierst.

Jede Herangehensweise an ein Verständnis der Wahrheit kann nur durch bereits erfahrenes geprägt und beeinflußt sein. Wenige "Genies", "Unsterbliche" oder "Erleuchtete" schaffen tatsächlich "neues", doch auch das scheinbar neue Verständnis ist zumeist nur eine Erweiterung, ein "Update" einer vorherigen Überzeugung. So hätte sich beispielsweise ein von der griechischen Mythologie geprägter Denker niemals zur Lovelock'schen Gaia-Hypothese hinreissen lassen. Auch der Nazarener Wanderprediger hat keine neue Religion geschaffen, sondern den bereits bekannten, zürnenden Donnerrachegott der jüdischen Anschauung umformuliert zum einer liebevollen, verständnisvollen Vaterfigur; dennoch: die ethischen und moralischen Normen dieses Gottes (siehe die zehn Gebote; das mosaische Gesetz) behielten ihre Gültigkeit. Der Rebell wollte keine neue Religion stiften, sondern das rigide System der Pharisäer-Interpretationen lockern; er selbst hielt sich immer an die Gesetze aus dem Levitikus, legte sie jedoch freier und "humaner" aus ("Gesetzesbracher! Du heilst am Sabbat!" - "Ja und? Wenn am Sabbat dein Stier im Brunnen am Ertrinken ist, wartest Du doch auch nicht auf den nächsten Tag bis er abgekratzt ist, als fick dich.")

Auch die immer um Objektivität und möglichst distanzierte Betrachtungsweisen der Wahrheit bemühten Aufklärer kamen nicht umhin, sich vom Gott des Christentums beeinflussen zu lassen. René Descartes führte in seinem Discours de la méthode pour bien conduire sa raison et chercher la vérité dans les sciences seinen ontologischen Gottesbeweis folgendermaßen:

Zitat René Decartes:
In Bezug auf Sitten hatte ich längst bemerkt, wie man mitunter zweifelhaften Ansichten so folgen muss, als wären sie unzweifelhaft; allein da ich mich damals nur der Erforschung der Wahrheit gewidmet hatte, so schien mir hier das entgegengesetzte Verhalten geboten, nämlich Alles als entschieden falsch zu verwerfen, wobei ich den leisesten Zweifel fand, um zu sehen, ob nicht zuletzt in meinem Fürwahrhalten etwas ganz Unzweifelhaftes übrig bleiben werde. Deshalb nahm ich, weil die Sinne uns manchmal täuschen, an, dass es nichts gebe, was so beschaffen wäre, wie sie es uns bieten, und da in den Beweisen, selbst bei den einfachsten Sätzen der Geometrie, oft Fehlgriffe begangen und falsche Schlüsse gezogen werden, so hielt ich mich auch hierin nicht für untrüglich und verwarf alle Gründe, die ich früher für zureichend angesehen hatte. Endlich bemerkte ich, dass dieselben Gedanken wie im Wachen auch im Traum uns kommen können, ohne dass es einen Grund für ihre Wahrheit im ersten Falle giebt; deshalb bildete ich mir absichtlich ein, dass Alles, was meinem Geiste je begegnet, nicht mehr wahr sei als die Täuschungen der Träume. Aber hierbei bemerkte ich bald, dass, während ich Alles für falsch behaupten wollte, doch nothwendig ich selbst, der dies dachte, etwas sein müsse, und ich fand, dass die Wahrheit: »Ich denke, also bin ich«, so fest und so gesichert sei, dass die übertriebensten Annahmen der Skeptiker sie nicht erschüttern können. So glaubte ich diesen Satz ohne Bedenken für den ersten Grundsatz der von mir gesuchten Philosophie annehmen zu können. Ich forschte nun, Wer ich sei.

[...]

Ich fand, dass ich mir einbilden konnte, keinen Körper zu haben, und dass es keine Welt und keinen Ort gäbe, wo ich wäre; aber nicht, dass ich selbst nicht bestände; vielmehr ergab sich selbst ans meinen Zweifeln an den anderen Din-gen offenbar, dass ich selbst sein müsste; während, wenn ich aufgehört hätte zu denken, alles Andere, was ich sonst für wahr gehalten hatte, mir keinen Grund für die Annahme meines Daseins abgab. Hieraus er-kannte ich, dass ich eine Substanz war, deren ganze Natur oder Wesen nur im Denken besteht, und die zu ihrem Bestand weder eines Ortes noch einer körperli-chen Sache bedarf; in der Weise, dass dieses Ich, d.h. die Seele, durch die ich das bin, was ich bin, vom Körper ganz verschieden und selbst leichter als dieser zu erkennen ist; ja selbst wenn dieser nicht wäre, würde die Seele nicht aufhören, das zu sein, was sie ist.  Demnächst untersuchte ich, was im Allgemeinen zur Wahrheit und Gewissheit eines Satzes nöthig sei; denn nachdem ich einen solchen eben gefunden hatte, so müsste ich nunmehr auch wissen, worin diese Ge-wissheit besteht. Ich bemerkte, dass in dem Satz: »Ich denke, also bin ich«, nichts enthalten ist, was mich seiner Wahrheit versicherte, ausser dass ich klar ein-sah, dass, um zu denken, man sein muss. Ich nahm davon als allgemeine Regel ab, dass alle von uns ganz klar und deutlich eingesehenen Dinge wahr sind, und dass die Schwierigkeit nur darin besteht, die zu erken-nen, welche wir deutlich einsehen. Demnächst schloss ich aus meinem Zweifeln, dass mein Wesen nicht ganz vollkommen sei. Denn ich erkannte deutlich, dass das Erkennen eine grössere Vollkommenheit als das Zweifeln enthält. Ich forschte deshalb, woher ich den Gedanken eines vollkommeneren Gegenstandes, als ich selbst war, empfangen habe, und erkannte, dass dieses von einer wirklich vollkommeneren Natur gekommen sein müsse. Die Vorstellungen anderer Dinge ausser mir, wie die des Himmels, der Erde, des Lichts, der Wärme und tausend anderer, machten mir in Bezug auf ihren Ursprung weniger Mühe. Denn ich fand nichts in ihnen, was sie höher als mich gestellt hätte, und sie konnten daher, wenn sie wahr waren, Accidenzen meiner Natur sein, soweit diese eine Vollkommenheit enthielt; und waren sie es nicht, so hatte ich sie von dem Nichts, d.h. sie waren in mir, weil mir etwas mangelte. Aber dies konnte nicht in gleicher Weise für die Vorstellung eines vollkommeneren Wesens als ich gelten; denn es war offenbar unmöglich, dass ich dessen Vorstellung von Nichts haben könnte, und da es ein Widerspruch ist, dass ein Vollkommeneres die Wirkung oder das Accidenz eines weniger Vollkom-menen sei, weil darin läge, dass Etwas aus Nichts würde, so konnte ich diese Vorstellung auch nicht von mir selbst haben. So blieb nur übrig, dass sie mir von einer Natur eingeflösst war, die wirklich vollkommener als ich war, und die alle jene Vollkommenheiten in sich enthielt, die ich vorstellte, d.h. mit einem Wort, die Gott war. Ich fügte dem hinzu, dass, weil ich einige Vollkommenheiten kannte, die ich nicht hatte, ich nicht das einzige daseiende Wesen sei (ich will mich hier mit Erlaubniss des Lesers der Schulausdrücke bedienen), sondern dass es nothwendig noch ein vollkommeneres gebe, von dem ich abhänge, und dem ich Alles, was ich hatte, verdankte.

[...]

Denn zuletzt darf man, mag man wachen oder träu-men, sein Fürwahrhalten nur auf das Zeugniss der Vernunft stützen und nicht auf das der Einbildung oder der Sinne. Denn so deutlich man auch die Sonne sieht, so darf man doch ihre Grösse nicht so nehmen, wie man sie sieht, und wir können uns sehr deutlich einen Löwenkopf auf einem Ziegenkörper vorstellen, ohne dass daraus folgt, es gebe wirklich eine Chimä-re. Die Vernunft sagt uns nicht, dass das so Gesehene oder Vorgestellte wahr sei; aber sie sagt, dass alle un-sere Vorstellungen und Begriffe ihren Grund in etwas Wahrem haben. Denn es ist unmöglich, dass Gott, als ein ganz vollkommenes und wahrhaftes Wesen, sie ohnedem in uns gelegt hätte. Da nun unsere Begrün-dungen im Traume nie so vollständig und überzeu-gend sind als im Wachen, obgleich einzelne Vorstel-lungen dort gleich lebhaft und deutlich sind, so sagt die Vernunft uns auch, dass unsere Gedanken nicht ganz wahr sein können, weil wir nicht ganz vollkom-men sind, und dass das, was sie Wahres enthalten, sich offenbar mehr in denen befindet, die wir im Wa-chen und nicht im Träumen haben.

Abgesehen davon, daß ich dadurch, daß ich mir etwas vollkommeres als mich vorstellen kann, nicht unbedingt schlußfolgern muß, daß dieses vollkommenere Ding oder Wesen tatsächlich existiert bzw. auch noch absolut ist, so finde ich interessant, daß Descartes automatisch den Monotheismus (wenn ich mich nicht irre, eine Erfindung der Juden) postuliert - obgleich seine bis dahin gar nicht mal so abwegige Ableitung ebenso die Existenz von vielgöttischen "Wahrheiten" rund um Zeus, Illúvatar oder Ra beweisen könnte. Er übernimmt jedoch die Einzigartigkeit Gottes und den Vollkommenheitsbegriff direkt aus der Thora und dem Neuen Testament.

Ich glaube aus persönlichen Gründen nicht an einen Gott (ich habe noch eine Rechnung mit ihm offen, siehe Das Gleichnis von Andreas und Evi), doch rein objektiv gesehen widerspricht entgegen der Meinung vieler auch die moderne Wissenschaft nicht seiner Existenz, man müßte fast hinzufügen: "ganz im Gegenteil: je genauer das Verständnis wird, desto unwahrscheinlicher wird der Glaube an puren Zufall". Dennoch sehe ich genau hier ein wichtiges Problem: lasse ich Gott, mehrere Götter, gottähnliche Wesen, in meinen Betrachtungen auf der Suche nach dem Verständnis der Wahrheit zu?

Und: wie werden zukünftige "Weltanschauungen" aussehen? Im Rahmen des Abyssus-Projekts spinnen wir den Gedanken ja weiter - zugegebenermaßen nicht unter der Vorgabe, nach Erkenntnis zu forschen, sondern um ein möglichst realistisches und nachvollziehbares Zukunfts-Szenario zu entwerfen. Dennoch: irgendwann erfanden die Menschen Geistwesen, dann Götter, dann war es doch nur noch einer, die Atheisten schafften auch den noch ab und faselten dann (sofern sie nicht zu Positivisten wurden) was von einem "Prinzip" oder "der Macht, die alles durchströmt", bestenfalls gruben sie Gäa wieder aus. Was kommt als nächstes?

Schon jetzt: die Wissenschaft, die neue "Religion", kratzt mit Skalpell und Elektronenbeschleuniger immer neue Wahrheiten in den den zerfurchten Marmor der Erkenntnis. Der interessierte Gläubige schaut staunend zu, wie die "Priesterklasse" ein ums andere Mal den Pantheon um Spins, Strings, Vakuumfluktuationen, Casimir-Effekte, Qbits, Bosonen, Fermionen, Squarks und Neutrinos erweitert. Fett! Und wenn es sich alles noch so logisch und beeindruckend anhört: letzten Endes stehen wir da und müssen glauben und den Ergebnissreihen von Laborexperimenten aus dem Elektronenbeschleuniger vertrauen wie andere jetzt und einst dem Hohepriester mit Schlachtemesser am Hals des Opferlamms oder dem Obersten Brückenbauer, der immer so wunderbar sein "urbi et orbi" über den Peterplatz röchelt.

Zugegeben, es ist ganz gut, zu wissen, daß mit jeder neuen Erkenntnis unzählige neue Probleme auftauchen, so wird dem Menschengeschlecht in absehbarer Zeit nicht langweilig werden. Es wird auch in vielen Jahren noch Götter geben, die man daraufhin wieder abschafft, die Wissenschaft wird immer genauer verstehen und letztlich doch gar nichts rallen und sich von Paradoxon zu Paradoxon und von Theorem zu Axiom hangeln.

Doch welchen Sinn soll Erkenntnis erfüllen? Ist das alles mehr als ein Sandkasten für Intellektuelle, Geltungssüchtige, Spinner, Träumer, Interessierte, Sinnsuchende und Forscher; und ist die erkenntnissuchende Wissenschaft mehr als Hure der Militärs (und das war sie bis jetzt)?

Oder sollte Erkenntnis nicht vor allem eine Art Handbuch für das Leben sein? Mir sagen, nach welchen Prinzipien ich mein Handeln auszurichten habe?

Denn wenn ich annehme, "dass es niemals irgendein 'Rezept' oder irgendeine allgemeingültige Methode (Ritus, Religion, Glaube ect.) geben wird", behaupte ich, daß es niemals ein endgültiges, vollkommenes, absolutes, ultimatives "richtig" oder "falsch" geben wird - konsequenterweise kann ich die Suche genausogut aufgeben, der vielzitierte "Sinn des Lebens" kann willkürlich herausgepickt werden und versinkt in der Beliebigkeit: "Not the best, yet the best I could find". Sag' das mal zu einer Frau, die packt direkt ihre Koffer und klagt auf Unterhalt. Und so willst Du über den Sinn Deines Lebens denken?


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