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Über die Anatomie 23 erleuchteter Playboys
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Akareyon

Über die Anatomie 23 erleuchteter Playboys (verfasst: Dienstag, 13. Mai 2003, 13:18) #

Erstmal werde ich die junge Generation ansprechen: habt Ihr den Film Anatomie (Franka Potente, Benno Führmann) gesehen? Es geht dabei unter anderem um eine Geheimloge mit der Abkürzung "AAA!", was für (bin kein lateiner) Age Agtabile Antihippokrate steht (Tue das Machbare, glaube ich), ein Bund von Studenten und Ärzten, die für ihre Forschung das "experimentelle Töten einzelner zur Lebenserhaltung vieler" rechtfertigen (Anwendung bspweise in Gentechnologie, Pharmakologie etc...).

Und habt ihr den Film "23 - Nichts ist wie es scheint" gesehen? Der Film erzählt die wahre Geschichte von Karl Koch nach, einen Jugendlichen der achtziger Jahre: Hacken mit dem Commodore, verrückte Sachen tun, auf Demonstrationen dabeisein, rebellieren. Irgendwann liest der das Buch "Illuminatus!" von Robert Shea und Robert Anton Wilson, zwei ehemaligen Playboyredakteuren. Die Idee einer allumfassenden Weltkonspiration fasziniert ihn dermassen, daß er sich vollkommen in den Ideen Wilsons verliert, bis er den Sinn für die Realität verliert und sich paranoid von Rausch zu Rausch snieft. In dem Buch, das Karl Kochs Leben bestimmt, geht es um den im 18. Jahrhundert von Adam Weishaupt gegründeten Geheimbund der Illuminaten (zu dessen Mitgliedern laut "Illuminatus!" auch Goethe und Bach gezählt haben sollen, was erklären würde, was Goethes Worte "Mehr Licht" (Die Illuminati=Die Erleuchteten) bedeuteten...). Irgendwo zwischen ausführlichen pornographischen Erläuterungen, Drogenexzessen und Gewalt, populärwissenschaftlichen philosophischen Exkursen und zusammenhangslosen Geschichtchen legen die Autoren eine Welt der Siebziger Jahre dar, deren Regierungen, Krieg und Frieden von einer kleinen Elite regiert wird. Immer wieder erfährt der Leser, daß "nichts ist, wie es scheint". Jegliche Art von Symbolik wird verwendet, um es der paranoiden Weltverschwörungstheorie anzupassen: die wichtigsten Zahlen sind die zwei und die drei, denn zwei durch drei ergebe 0.666, die Zahl des Teufels. Zwei plus drei ergibt fünf, die Zahl der Kanten des Verteidigungsministeriums der USA und des Symbol des Teufels: das Pentagramm. Die Todestage der wichtigsten Freiheitskämpfer und Rebellen der Geschichte haben die Quersumme 23 (übrigens auch der 11. September 2001), oder sie sind an einem 23. gestorben (oder um 23:23). THC als bewußtseinserweiternde Droge ist das ein und alles. Conan den Barbaren hat es wirklich gegeben und ist gleichzeitig Kukulan bzw. Quetzalcoatl, Atlantis war einst wissenschaftliche Hochburg intelligenter Menschenaffen. Kurz: jedes Rätsel und Wunder der Weltgeschichte und jedes literarische Macht- oder Kunstwerk erfährt in diesem Buch seine Verarbeitung: C.S. Lewis, J.R.R. Tolkien. Wir erfahren, daß der Mann auf der Eindollarnote nicht George Washington, sondern Adam Weishaupt ist, der in großem Stil Hanf angepflanzt hat. Die Pyramide ist wichtigstes Symbol der Illuminaten: und die Pyramide auf dem Dollarschein hat fünf Spitzen (und eine Pyramide von vorne hat drei Ecken, Pyramide+Auge=siehe Bild oben), und das Auge mitgezählt dreiundzwanzig Stufen (symbolisch für das fortführende Verständnis, das man über die Weltgeschichte und die lloigor erlangt). Allerdings sind die Illuminaten nicht allein, sondern haben Gegner: die A.A., und die AMA ist auf dem Weg, berühmteste Rockband der Welt zu werden... (überhaupt muß man sich mit vielen Abkürzungen wie "FUCKUP", "SNAFU" etc zurechtfinden... was ist ein fnord?)

  Damit schließt sich der Kreis.

  Gibt es tatsächlich irgendwelche abgedrehten Gruppierungen jenseits von beispielsweise CIA, NSA oder FSB, supergeheim, deren Einfluß sowohl unermeßlich als auch nicht spürbar ist? Die dafür sorgen, daß ganz einfache Systeme und Ideen, die für ein komfortableres Leben sorgen könnten und sich sogar finanziell rentieren würden (allerdings rentablere Systeme ablösen müßten), schlichtweg untergebuttert werden? Neulich hat mal einer ein Sachbuch drüber geschrieben (habe es nicht gelesen) und behauptete: die Bosse der führenden Wirtschaftsunternehmen bilden ein quasi allmächtiges Konsortium, das sich darüber berät, wie sie die Weltherrschaft behalten können. Alles Geld, das sie machen, fließt in irgendwelche Geheimprojekte, von denen niemand was mitkriegen darf (so à la X-Files). Was haltet ihr davon? Zugegeben, ein wenig von dieser paranoiden Spinnerei spielt auch in meine beiden Romane mit ein - allerdings bildet der Geheimbund nicht einen allmächtigen, weltumspannenden Verein, sondern eine recht große Truppe von "Informationsaquisitionssöldnern"; ich denke also schon, daß ich es geschafft habe, einigermaßen mit den Füßen auf Bodenfühlung zu bleiben.

  Never whistle while you're pissing...

  NACHTRAG: ein weiterer Film, der sich mit dieser Geheimloge beschäftigt bzw. eine Menge Andeutungen und Elemente enthält, ist "From Hell". Bilbo Beutlin als Arzt der Königin. Davon stelle ich hier bei Gelegenheit auch noch ein paar Screenshots rein.

  NACHTRAG II: Maggi hat hier ebenfalls einen Beitrag zum Thema "Illuminatus!" geschrieben.


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Nehmen wir an, daß eine kleine monochromatische Lichtquelle Licht ausstrahlt auf einen schwarzen Schirm, der zwei kleine Löcher hat. Die Durchmesser der Löcher brauchen nicht viel größer zu sein als die Wellenlänge des Lichtes, aber ihr Abstand soll erheblich größer sein. In einigem Abstand hinter dem Schirm soll eine photographische Platte das ankommende Licht auffangen. Wenn man dieses Experiment in den Begriffen des Wellenbildes beschreibt, so sagt man, daß die Primärwelle durch beide Löcher dringt. Es wird also zwei sekundäre Kugelwellen geben, die von den Löchern ihren Ausgang nehmen und die miteinander interferieren. Die Interferenz wird ein Muster stärkerer und schwächerer Intensitäten, die sogenannten Interferenzstreifen, auf der photographischen Platte hervorbringen. Die Schwärzung der photographischen Platte ist im Quantenprozeß ein chemischer Vorgang, der durch einzelne Lichtquanten hervorgerufen wird. Daher muß man das Experiment auch in der Lichtquantenvorstellung beschreiben können. Wenn es nun erlaubt wäre, darüber zu sprechen, was dem einzelnen Lichtquant zwischen seiner Emission von der Lichtquelle und seiner Absorption in der photographischen Platte passiert, so könnte man in derfolgenden Weise argumentieren. Das einzelne Lichtquant kann entweder durch das erste oder durch das zweite Loch gehen. Wenn es durch das erste Loch geht und dort gestreut wird, so ist die Wahrscheinlichkeit dafür, daß es später an einem bestimmten Punkt der photographischen Platte absorbiert wird, davon unabhängig, ob das zweite Loch geschlossen oder offen ist. Die Wahrscheinlichkeitsverteilung auf der Platte muß die gleiche sein, als wenn nur das erste Loch offen wäre. Wenn man das Experiment viele Male wiederholt und alle die Fälle zusammenfaßt, in denen das Lichtquant durch das erste Loch gegangen ist, so sollte die Schwärzung der photographischen Platte dieser Wahrscheinlichkeitsverteilung entsprechen. Wenn man nur die Lichtquanten betrachtet, die durch das zweite Loch gegangen sind, so sollte die Schwärzungsverteilung jener entsprechen, die man aus der Annahme enthält, daß nur das zweite Loch offen war. Die Gesamtschwärzung sollte also genau die Summe der Schwärzungen in beiden Fällen sein; in anderen Worten, es sollte keine Interferenzstreifen geben. Aber wir wissen, daß dies falsch ist, und das Experiment wird zweifellos die Interferenzstreifen zeigen. Daraus erkennt man, daß die Aussage, das Lichtquant müsse entweder durch das eine oder durch das andere Loch gegangen sein, problematisch ist und zu Widersprüchen führt. Man erkennt an diesem Beispiel deutlich, daß der Begriff der Wahrscheinlichkeitsfunktion nicht eine raum-zeitliche Beschreibung dessen erlaubt, was zwischen zwei Beobachtungen geschieht. Jeder Versuch, eine solche Beschreibung zu finden, würde zu Widersprüchen führen. Dies bedeutet, daß schon der Begriff 'Geschehen' auf die Beobachtung beschränkt werden muß. Das ist allerdings ein sehr merkwürdiges Resultat, das zu zeigen scheint, daß die Beobachtungen eine entscheidende Rolle bei dem Vorgang spielt und daß die Wirklichkeit verschieden ist, je nachdem, ob wir sie beobachten oder nicht.

Werner Heisenberg (Physik und Philosophie, Frankfurt 1973, S. 34 f.)






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