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Tandaradei
Luca Turilli
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Akareyon

Luca Turilli (verfasst: Donnerstag, 15. Mai 2003, 16:13) #

Als ich den Rezensionen auf Amazon.de blind vertraute und mir das Album King Of The Nordic Twilight des Rhapsody-Frontmanns Luca Turilli unbesehen bestellte, hatte ich gehofft, was wirklich supertolles zu erhalten. Beim "Erleben" dieser Scheibe gab es mehrere Aufs und Abs. Erstes Ab: als ich die CD-Hülle umdrehte und das Bild auf der Rückseite sah: da posieren Sänger Olaf Hayer und Luca Turilli wie zwei Kontrahenten vor einem "Warhammer 40.000"-Turnierfinale: mit Barbaren-Schwert und Schild und "Bitte recht grimmig, das wird ein Metal-Album". Dazu die leicht prollige Bildunterschrift "The Legends Of Steel". Naja... erster Eindruck ging flöten. Ich legte also die CD ein war dann erstmal wieder positiv überrascht: ein toller Chor begrüßte mich, erinnerte mich teils an Orff's "O Fortuna Imperatrix Mundi", teils an Basil Poledouris' Chöre aus "Conan der Barbar". Bombastisch, aber cool, nicht überladen. Ich freute mich. Geile Scheibe.

  Doch dann fing der Teil mit dem Metal an.

  Auwei.

  Auweia.

  Bass und Gitarre hatten irgendwie Garagenband-Charakter, und Olaf Hayer singt, als säße er auf einem Schraubstock, sein Gemächt fest ergriffen. Die Melodie ist total daneben, irgendwie sogar... nervig. Die Bassgitarre schrabbelt sich einen ab, als ob es kein Morgen gäbe und der Drummer zeigt, was man nach nach einem halben Abendsemester Volkshochschule tolles beigebracht bekommt.

  Verzweifelt durchblätterte ich das Booklet nach etwas, was mich von meiner Enttäuschung ablenken könnte. Doch es wurde nur noch schlimmer. So manche Kurzgeschichte aus dem "White Dwarf" ist um Klassen intelligenter und durchdachter als die "Saga" dieses "epischen" Albums, das Teil einer größeren Fantasy-Trilogie werden soll (aaaah, nein, bitte nicht!). Ich machte das Booklet (bei dessen Gestaltung man sich übrigens auch ein wenig mehr Mühe hätte geben können und sollen) wieder zu und lauschte den gar wunderlichen Klängen, die meinen Lautsprechern entwichen.

  Man gewöhnt sich jedoch nach einiger Zeit ein wenig daran, das sei zugegeben. Und wenn man dann im dritten Track ("Legend Of Steel") erst mit barocker Kammermusik begrüßt wird und es dann mit einem gar nicht mal ganz so schlechten (vom Sänger mal abgesehen, grrr!) Pathos-Bombast-Titel zu tun hat, bei dem man sich irgendwann gar beim Mitsummen erwischt, kommt das für das erlittene Grauen des ersten Titels eigentlich weder auf.

  Insgesamt würde ich Luca Turilli sehr viel Feingefühl für schöne Klänge, und für die nahezu perfekte Symbiose von Bombast-Klassik und Heavy Metal attestieren - auf jeden Fall ausgefeilter und besser als bei "Nightfall in Middle-Earth" (Blind Guardian) oder Tobias Sammets Avantasia. Rannveig Sif Sigurdardottirs Einsatz ist gut, wenn nicht gar perfekt gelungen (als Fan von Sachen wie Nightwish hätte ich sogar noch gerne mehr von ihr gehört). Doch die Melodien finde ich teilweise so flach, daß sie unter meinen Teppich passen würden, ohne Wellen zu werfen. Und an Olaf Hayers Stimme kann ich mich absolut nicht gewöhnen - Hansi Kürsch von den Blinden Gardinen hat mich ja seinerzeit schon übel gestresst. Sowas wie Mathias Blad (Falconer) wäre genau die richtige Lead-Stimme für so ein Album wie King Of The Nordic Twilight.

  Für Teil zwei der Trilogie würde ich mir insgesamt wünschen: eine Story. Einen Ghostwriter, am besten englischer Muttersprache (italienisches geradebrechse nämlich danebensein). Einen Sänger. Und etwas mehr Gedanken um die Melodien (vielleicht mal Nightwish oder Qntal fragen). Das ist eigentlich das einzige, was diesem Album noch fehlt.

Discographie
- King Of The Nordic Twilight (Virtual Odissey Trilogy Pt. I)
- Prophet of the Last Eclipse (Virtual Odissey Trilogy Pt. II)



Eine Rezension des zweiten Albums folgt u.U. bald.


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Silvio Gesell (Die natuerliche Wirtschaftsordnung, 1949)






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