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Die Rasierklingenmafia
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Akareyon

Die Rasierklingenmafia (verfasst: Montag, 4. August 2003, 16:32) #

Ja, so titelte Deutschlands Lügenblatt in seiner Sonntagsausgabe: "Die Rasierklingenmafia". Böse, straff organisierte Banden aus Ost-Europa (hab' ich Polen gesagt?) fallen über Schlecker-, Rossmann- und Seifenplatz-Filialen her und zocken besonders begehrte Kleinteile. Zum Beispiel die High-Tech-Rasierklingen von Mach 3. Genannte Drogerien sind daher mittlerweile dazu übergegangen, diese unter Verschluss zu halten und nur auf Nachfrage herauszugeben. Ich stelle mir die Zukunft daher so vor: da kommen dann drei maskierte Polen, äh, Diebe in den Budnikowski gestürmt, wedeln mit ihrer Glock 17 und brüllen "Hände hoch! Dies ist ein Drogerieüberfall!", schmeissen der Kassiererin ein Säcklein hin, "alle Mach 3-Rasierklingen aus dem Safe dort rein! Keine Tricks! Wehe, du rufst die Polizei! Alle auf den Boden, du da, ja, du! Auf den Boden, sonst schieße ich dir in die Beine!"

  Draussen steht dann schon ein Fluchtwagen bereit, in dem eine Geisel mitgeführt wird, während der Polizeihubschrauber über ihnen kreist und ein Vermittler zur Aufgabe rät.

  Sobald der Coup gelungen ist, setzen sich die Gangster nach Mexico oder Chile ab und verticken die Klingen bei eBay, lässig eine Cohiba schmauchend.

  Wodurch sich eine neue Form der Kriminalität entwickeln wird: die Rasierklingenfälschung. Und irgendwann, wenn alle Männer nur noch mit Vollbart und die Frauen mit einem Teddybären unter der Achselhöhle und nur mit einer scharfen Muschelschale notdürftig für etwaige Intimitäten gemähter Strasse zum Glück rumlaufen, werden Rasierklingen offizielles und äußerst stabiles Zahlungsmittel, wenn nicht gar Weltwährung.


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Everything in our age has, when carefully examined, this fundamentally undemocratic quality. In religion and morals we should admit, in the abstract, that the sins of the educated classes were as great as, or perhaps greater than, the sins of the poor and ignorant. But in practice the great difference between the mediaeval ethics and ours is that ours concentrate attention on the sins which are the sins of the ignorant, and practically deny that the sins which are the sins of the educated are sins at all. We are always talking about the sin of intemperate drinking, because it is quite obvious that the poor have it more than the rich. But we are always denying that there is any such thing as the sin of pride, because it would be quite obvious that the rich have it more than the poor. We are always ready to make a saint or prophet of the educated man who goes into cottages to give a little kindly advice to the uneducated. But the medieval idea of a saint or prophet was something quite different. The mediaeval saint or prophet was an uneducated man who walked into grand houses to give a little kindly advice to the educated.

Gilbert Keith Chesterton (Heretics, XIX)






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