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Allgemeine Verkündung aus aktuellen Anlässen...
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Akareyon

Allgemeine Verkündung aus aktuellen Anlässen... (verfasst: Samstag, 8. März 2014, 20:17) #

...lange Geschichte kurz erzählt: hab 'ne Mail bekommen vom Hoster, daß ein Virus auf dem Dugarun-Server isoliert wurde.

Dabei handelte es sich um ein kleines, aber extrem mächtiges Script, das - vermutlich auf dem Wege einer verseuchten Version des Filezilla-Clients - den Weg auf einen Unterunterordner gefunden hat und nichts anderes war als ein Tool zum Ausleuchten des gesamten FTPs. Im Prinzip war das Scheunentor also sperrangelweit offen, und so wiederum ist irgendeine dusslige Phishing-Routine auf dem Server gelandet.

Kleiner Trost: dasselbe ist anderen auch schon passiert, und die Datenbank hat nicht darunter gelitten.

Also flugs alle Passwörter geändert und beim angelegentlichen Telefonat mit dem Hoster darum gebeten, den Server doch mal eben auf die neuste Version von SQL und PHP umzustellen.

Überhaupt kein Problem, geht ganz fix über Nacht, sagte der und hat aber doch empfohlen, mal eben ein Backup von allen wichtigen Daten zu ziehen, und das war auch eine gute Idee, denn bei dem Umzug hat's die Datenbank schlußendlich doch noch erwischt: Umlaute haben entweder die Felder gekappt oder wurden zu Zeichensalat oder Rauten mit Fragezeichen...

...und ausserdem ist das Wordpress-Blog auch noch da. Was tun? Ich hatte mal was gelesen über die verschiedenen Zeichensatz-Systeme und dadurch in Erinnerung, das UTF-8 ein guter Standard wäre, weil sich damit alles darstellen ließe, was es so an internationalen Zeichensätzen gibt.

...aber glaubt mal ja nicht, es wäre damit getan, die Collation unter phpMyAdmin auf utf8_general_ci umzustellen...

Wenn Euch sowas passiert: keine Panik, Ihr müßt nur - von Hand oder mittels eines geeigneten Tools - die Zeichenkodierung sämtlicher PHP-, HTML- und - im Falle von phpBB - Template-Dateien auf UTF-8 umstellen, sämtliche PHP-Dateien mit einem Header ausstatten und der Datenbank bei jeder Verbindung (also im Falle des phpBB per mysql.php) mit einem vorangestellten SET CHARACTER SET oder mysql_set_charset('utf8'); vermitteln, daß alle Angaben ab hier im UTF-8 vorzuliegen haben.

Bis hierhin scheint alles zu funktionieren - bis zum Beweis des Gegenteils freilich; wer sich näher mit der Materie beschäftigen möchte, nehme hiermit meine Segenswünsche in Empfang! Viel Spaß mit all den widersprüchlichen Expertenmeinungen, die so durch die Blogs und Hilfeforen stolpern: wat is nu besser, was muß man machen, was ist optional, hält doppelt gemoppelt besser, liegt's am Browser, an der php.ini oder schon an der Befehlszeile beim Starten von mySQL?

Was für eine Odyssee! Allein tröstlich ist, daß seitdem der Umlaute-Fuckup auf der Startseite (mit dem Script, das die aktuellsten Beiträge für Board und Blog anzeigt) auch behoben ist, den in Angriff zu nehmen mir die Mühe all die Jahre nicht wert war. Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter...


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Nehmen wir an, daß eine kleine monochromatische Lichtquelle Licht ausstrahlt auf einen schwarzen Schirm, der zwei kleine Löcher hat. Die Durchmesser der Löcher brauchen nicht viel größer zu sein als die Wellenlänge des Lichtes, aber ihr Abstand soll erheblich größer sein. In einigem Abstand hinter dem Schirm soll eine photographische Platte das ankommende Licht auffangen. Wenn man dieses Experiment in den Begriffen des Wellenbildes beschreibt, so sagt man, daß die Primärwelle durch beide Löcher dringt. Es wird also zwei sekundäre Kugelwellen geben, die von den Löchern ihren Ausgang nehmen und die miteinander interferieren. Die Interferenz wird ein Muster stärkerer und schwächerer Intensitäten, die sogenannten Interferenzstreifen, auf der photographischen Platte hervorbringen. Die Schwärzung der photographischen Platte ist im Quantenprozeß ein chemischer Vorgang, der durch einzelne Lichtquanten hervorgerufen wird. Daher muß man das Experiment auch in der Lichtquantenvorstellung beschreiben können. Wenn es nun erlaubt wäre, darüber zu sprechen, was dem einzelnen Lichtquant zwischen seiner Emission von der Lichtquelle und seiner Absorption in der photographischen Platte passiert, so könnte man in derfolgenden Weise argumentieren. Das einzelne Lichtquant kann entweder durch das erste oder durch das zweite Loch gehen. Wenn es durch das erste Loch geht und dort gestreut wird, so ist die Wahrscheinlichkeit dafür, daß es später an einem bestimmten Punkt der photographischen Platte absorbiert wird, davon unabhängig, ob das zweite Loch geschlossen oder offen ist. Die Wahrscheinlichkeitsverteilung auf der Platte muß die gleiche sein, als wenn nur das erste Loch offen wäre. Wenn man das Experiment viele Male wiederholt und alle die Fälle zusammenfaßt, in denen das Lichtquant durch das erste Loch gegangen ist, so sollte die Schwärzung der photographischen Platte dieser Wahrscheinlichkeitsverteilung entsprechen. Wenn man nur die Lichtquanten betrachtet, die durch das zweite Loch gegangen sind, so sollte die Schwärzungsverteilung jener entsprechen, die man aus der Annahme enthält, daß nur das zweite Loch offen war. Die Gesamtschwärzung sollte also genau die Summe der Schwärzungen in beiden Fällen sein; in anderen Worten, es sollte keine Interferenzstreifen geben. Aber wir wissen, daß dies falsch ist, und das Experiment wird zweifellos die Interferenzstreifen zeigen. Daraus erkennt man, daß die Aussage, das Lichtquant müsse entweder durch das eine oder durch das andere Loch gegangen sein, problematisch ist und zu Widersprüchen führt. Man erkennt an diesem Beispiel deutlich, daß der Begriff der Wahrscheinlichkeitsfunktion nicht eine raum-zeitliche Beschreibung dessen erlaubt, was zwischen zwei Beobachtungen geschieht. Jeder Versuch, eine solche Beschreibung zu finden, würde zu Widersprüchen führen. Dies bedeutet, daß schon der Begriff 'Geschehen' auf die Beobachtung beschränkt werden muß. Das ist allerdings ein sehr merkwürdiges Resultat, das zu zeigen scheint, daß die Beobachtungen eine entscheidende Rolle bei dem Vorgang spielt und daß die Wirklichkeit verschieden ist, je nachdem, ob wir sie beobachten oder nicht.

Werner Heisenberg (Physik und Philosophie, Frankfurt 1973, S. 34 f.)






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