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Film und Bild
Hypercube: Cube 2
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Akareyon

Hypercube: Cube 2 (verfasst: Donnerstag, 7. August 2003, 1:36) #

Dem Sequel zum Low-Budget-Thriller Cube habe ich wahrhaft mit grosser Erwartung entgegengesehen. Vielleicht ein Fehler, denn was mit Hypercube auf dem Schirm geklatscht wurde, war nicht etwa ein packendes, verstörendes, paranoides Drama voller unbeantworteter Fragen, sondern ein vollkommen enttäuschendes, desillusionierendes, liebloses Produkt, das mal eben hinterhergeschoben wurde.

  Wie schon im kultigen Cube finden sich einige Personen in einem Labyrinth von Würfeln wieder. Die Idee diesesmal: im vierdimensionalen Raum ist alles möglich. Auch, daß man, wenn man aus einem Würfel hinausschaut, sich selbst von hinten sieht. Oder daß man seinen eigenen Tod sieht. In einem Paralleluniversum, oder in einer anderen Zeit. Diesesmal sind mehr Charaktere irgendwie in den Komplex verwickelt. Die Story ist vollkommen hahnebüchen, die Szenen unglaubwürdig und widersprüchlich, die Dialoge und die Schauspieler schlecht, die Regiearbeit unter aller Sau, die Charaktere flach, die Spezialeffekte grottig. Abgesehen davon fehlt dem Film das, was den ersten Teil so interessant gemacht hat: wer steckt hinter alledem? Denn weniger ist mehr. Auch die Gruppendynamik, die Furcht, das, was an Cube so verstörend war - in Hypercube alles irgendein seichtes und vorhersehbares Geplänkel. Da haben auch die Anspielungen auf den ersten Teil nicht geholfen, sondern wirkten einfach wie schlechte Plagiate guter Motive.

  Fazit: die Produzenten hätten die Finger vom Überwürfel weglassen sollen. Eine so geile Idee läßt sich kein zweites Mal wiederholen, und da hilft es auch nichts, wenn die Schauspielerinnen plötzlich ziemlich geil aussehen. Ohnehin bin ich der festen Überzeugung, daß man an Cube nichts hätte besser machen können.

  Tip an den geschätzten Leser: bloß nicht gucken, den Film, nicht mal Leihgebür dafür ausgeben. Lieber noch ein zweites Mal das Original schauen.

1/10

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Nehmen wir an, daß eine kleine monochromatische Lichtquelle Licht ausstrahlt auf einen schwarzen Schirm, der zwei kleine Löcher hat. Die Durchmesser der Löcher brauchen nicht viel größer zu sein als die Wellenlänge des Lichtes, aber ihr Abstand soll erheblich größer sein. In einigem Abstand hinter dem Schirm soll eine photographische Platte das ankommende Licht auffangen. Wenn man dieses Experiment in den Begriffen des Wellenbildes beschreibt, so sagt man, daß die Primärwelle durch beide Löcher dringt. Es wird also zwei sekundäre Kugelwellen geben, die von den Löchern ihren Ausgang nehmen und die miteinander interferieren. Die Interferenz wird ein Muster stärkerer und schwächerer Intensitäten, die sogenannten Interferenzstreifen, auf der photographischen Platte hervorbringen. Die Schwärzung der photographischen Platte ist im Quantenprozeß ein chemischer Vorgang, der durch einzelne Lichtquanten hervorgerufen wird. Daher muß man das Experiment auch in der Lichtquantenvorstellung beschreiben können. Wenn es nun erlaubt wäre, darüber zu sprechen, was dem einzelnen Lichtquant zwischen seiner Emission von der Lichtquelle und seiner Absorption in der photographischen Platte passiert, so könnte man in derfolgenden Weise argumentieren. Das einzelne Lichtquant kann entweder durch das erste oder durch das zweite Loch gehen. Wenn es durch das erste Loch geht und dort gestreut wird, so ist die Wahrscheinlichkeit dafür, daß es später an einem bestimmten Punkt der photographischen Platte absorbiert wird, davon unabhängig, ob das zweite Loch geschlossen oder offen ist. Die Wahrscheinlichkeitsverteilung auf der Platte muß die gleiche sein, als wenn nur das erste Loch offen wäre. Wenn man das Experiment viele Male wiederholt und alle die Fälle zusammenfaßt, in denen das Lichtquant durch das erste Loch gegangen ist, so sollte die Schwärzung der photographischen Platte dieser Wahrscheinlichkeitsverteilung entsprechen. Wenn man nur die Lichtquanten betrachtet, die durch das zweite Loch gegangen sind, so sollte die Schwärzungsverteilung jener entsprechen, die man aus der Annahme enthält, daß nur das zweite Loch offen war. Die Gesamtschwärzung sollte also genau die Summe der Schwärzungen in beiden Fällen sein; in anderen Worten, es sollte keine Interferenzstreifen geben. Aber wir wissen, daß dies falsch ist, und das Experiment wird zweifellos die Interferenzstreifen zeigen. Daraus erkennt man, daß die Aussage, das Lichtquant müsse entweder durch das eine oder durch das andere Loch gegangen sein, problematisch ist und zu Widersprüchen führt. Man erkennt an diesem Beispiel deutlich, daß der Begriff der Wahrscheinlichkeitsfunktion nicht eine raum-zeitliche Beschreibung dessen erlaubt, was zwischen zwei Beobachtungen geschieht. Jeder Versuch, eine solche Beschreibung zu finden, würde zu Widersprüchen führen. Dies bedeutet, daß schon der Begriff 'Geschehen' auf die Beobachtung beschränkt werden muß. Das ist allerdings ein sehr merkwürdiges Resultat, das zu zeigen scheint, daß die Beobachtungen eine entscheidende Rolle bei dem Vorgang spielt und daß die Wirklichkeit verschieden ist, je nachdem, ob wir sie beobachten oder nicht.

Werner Heisenberg (Physik und Philosophie, Frankfurt 1973, S. 34 f.)






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