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Der Sinn des Lebens: Die Theorie von der Non-Non-Existenz
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Akareyon

Der Sinn des Lebens: Die Theorie von der Non-Non-Existenz (verfasst: Freitag, 7. Mai 2004, 2:00) #

Prolog: Wesen, Wirken, Sein, Sinn und Zweck und nicht-
  Das Wesen aller Dinge bestimmt ihr Sein, im Einzelnen und in der Gesamtheit. Denn das Wesen bestimmt das Wirken, das Wirken bestimmt den Zweck. Der Sinn aller Dinge wiederum liegt in ihrem Sein. So gibt es keine Zweckentfremdung eines Dings, lediglich einen Zuwachs an Zweckmäßigkeit, hervorgerufen durch ein Mehr an Wirken. Der Sinn einer Sache nimmt also zu durch ihr Wirken und rechtfertigt ihr Sein. Wirkungslosigkeit ist unmöglich, da gleichbedeutend mit Nonexistenz, Nichtsein. Ein Ding, das nicht ist, wirkt nicht, ist nicht - und hat nur das dies als Wesen. Und ist damit existent, da es das Sein des Dings durch sein Wesen der Wirkungslosigkeit und Nonexistenz bestimmt, und wirkt durch sein Nichtwirken und erhält daher Sinn. Daher ist Sinnlosigkeit unmöglich wie Wirkungslosigkeit, Nonexistenz und Nichtsein. Ein Ding, das nicht existiert, existiert nicht.

  Dem Wesen des Nichtseins nach ist zu schlußfolgern, daß alles ist. Die Frage nach der Wahrnehmbarkeit ist anthropozentrisch und daher in diesem Zusammenhange als irrelevant zu verwerfen.

  Und genau deswegen soll sich dieser Dugarun damit beschäftigen.

  Die Non-Non-Existenz-Theorie soll die Verbindung zwischen atheistischen, materialistischen, spiritistischen, theistischen Vorstellungen herstellen und ist dazu geeignet, jegliches Weltbild gleichzeitig zu widerlegen, zu unterstützen und mit jedem anderen Weltbild vereinbar zu machen. Sie ermöglicht Zeitreisen, Paralleluniversen, Dimensionssprünge und Überlichtgeschwindigkeitsreisen, bringt Platos Höhlengleichnis, den Solipsismus, die Chaos-Theorie, die Ursache-Wirkungs-Theorie und Gaia auf einen gemeinsamen Nenner.

Erkenntnis, Wahrheit
  Wenn nun alles ist und da kein Ding ist, das nicht ist, wie kann es sein, daß so viele Dinge offenbar nicht sind? Wenn es nichts gibt, was es nicht gibt: wo ist es dann? Die menschlichen Sinne und Gedanken haben sich auf bestimmte Teile der All-Wahrheit "spezialisert" und nehmen nur verschiedene Schichten, Ebenen, Frakturen, einzelne Teilmengen des "Großen Ganzen" wahr. So, wie Sprache nur ein Medium zur Vermittlung von Gedanken und Informationen ist, und die einzelnen Wörter, Silben und Laute nur Symbole für unser Weltverständnis sind - und so, wie jeder Mensch, jede Subkultur, jedes Dorf, jede Nation und jeder Erdteil seine eigenen Symbole hat und damit eigene Teil-Erkenntnis allen Seins als Gedanken und Information verstehbar macht, so ist die menschliche Realität nur Symbol desjenigen Bruchteils der All-Wahrheit, die dem Menschen wahrnehmbar ist.

  Ein Pantoffeltierchen könnte dem Menschen auf Grund seiner Bewußtseinsschärfung auf andere Teilmengen der All-Wahrheit weitaus überlegen sein, Teile des Ganzen verstehen und verarbeiten, die dem Menschen unerreichbar oder nur schemenhaft bewußt sind. Daß der Mensch das Pantoffeltierchen nur als unbewußte Mikrobe begreift, ist nur Teil der All-Wahrheit: in unendlich vielen anderen Realitäten ist dieser scheinbar primitive Organismus zu dem Menschen unerreichbaren Erkenntnissen fähig und trifft in bestimmten Zusammenhängen auf vergleichbar rudimentär entwickelte Ausformungen des menschlichen Geistes - und nimmt sie ebenso als marginal wahr wie andersherum; in anderen "Gebieten" wiederum sind sie ebenbürtig, in wieder anderen Teilen der All-Wahrheit treffen sie auf andere Daseinsformen, um sie mit den ihnen zur Verfügung stehenden Sinnen zu erkennen. Doch wieder erkennt dieses Para-Pantoffeltierchen nur einen Teil der All-Wahrheit, und bildet mit den anderen Daseinsformen ähnliche Schnittstellen wie mit der menschlichen Konsens-Realität, weil ein Teil von ihm auch in den Erkenntnis-Welten von Menschen und anderen Wesenheiten wirkt, seine Information sich hier als (scheinbar) verzichtbarer Einzeller, dort als übergeordnete Lebensform manifestiert. Was als stupides Abhängen unterm Schul-Mikroskop erscheint, ist von universeller Bedeutung und unerläßlich für das Fortbestehen allen Seins.

  Es ist jede erdenkliche Welt möglich und real, doch für Menschen verschlossen oder abgeschottet. Es ist Fakt, daß jede Traumwelt, jede Filmhandlung, jedes Fantasy-Szenario, jeder Ekel-Schocker und jede Horrorfilmfolter, jeder Historien-Epos, jeder Albtraum und jede noch so durchgeknallte Idee wahr ist und tatsächlich passiert. Diese Wesenheiten "erringen" ihre Welten nicht, sie nehmen sie nur mit den ihnen gegebenen Sinnen und Erkenntnisfähigkeit wahr. Einen Gott gibt es so sehr, wie es ihn nicht gibt. Alles, was die Menschen darüber dachten, war auf die eine oder andere Weise, in jeder anderen Teilmenge der All-Wahrheit mehr oder weniger falsch und wahr, insgesamt jedoch nur ein verschwindend geringer Teil der Wahrheit vieler anderer Gedankenwelten anderer  Wesenheiten. Die All-Wahrheit läßt alles zu, widerlegt es aber durch sich selbst. Der Sinn des Lebens ist es, zu sein - und irgendwann und irgendwo nicht zu sein. Denn hierdurch ist die Gesamtheit allen Seins bedingt.

  Daher ist das irdische Paradies so real wie die buddhistische Reinkarnationsthese, der Olymp und Walhalla - und ebenso irreal. Nur eine Projektion des ganzen, Bruchteile an Information; wie jede andere Welt, jeder andere Glauben, jede andere Wahrnehmung, jede andere Realität auch. Alles kann sein, daher ist alles. Künstler und Erleuchtete - der Dalai Lama, Jesus Christus, Buddha, Yoda, Dalí - erweitern lediglich ihr Bewußtsein oder "zweckentfremden" (s.o.) ihre Sinne und nehmen so Teile anderer, real existierender Welten wahr.

  Denn alles Nicht-Sein ist nur Nichterkennbarsein im jeweiligen Daseinskontext, da jede Wahrnehmung nur Vereinfachung, Begreifbarmachung der absoluten, der All-Wahrheit, sein kann. Was anthropozentrisch gesehen "Realität" ist (ein Ereignis, ein physikalischer Zustand, ein Umstand), ist lediglich Schnittmenge der Individual-Wahrheiten jedes Einzelnen Menschen. Diese relative Realität entsteht durch Konsens.

  Jedes Wesen, jede Gruppe, jede Gedankenkultur erringt und verliert gewisse Ebenen und All-Wahrheit-Gedankenfäden, -fragmente, -blasen, -sphären und schafft sich immer wieder neue Realitäten, klaubt mühsam bis dahin unerkannte Fragmente der All-Wahrheit zusammen und verwirft, vergisst oder verliert scheinbar obsolete Erkenntnisse - oder lagert sie aus. Es findet eine pandimensionale Biforkussierung der Erkenntnis statt. Die Gedanken- und Erkenntniswelt eines Voodoo-Priesters bildet Schnittmengen mit den Erkenntniswelten derjenigen Wesenheiten, die sich als "seine" Wald-Dämonen manifestieren, die ihn und die menschliche Realität wiederum auf völlig andere Weise wahrnehmen und ihre eigene Semantik besitzen. Und obgleich ein Astrophysiker und ein Voodoo-Priester völlig unterschiedliche Weltauffassungen besitzen, besteht ihre Schnittmengen-Realität aus einem logischen Minimalkonsens ("Der Himmel ist blau"). Der Astro-Physiker wiederum ist zur Erkenntnis von Teilwahrheiten und Ausprägungen, Manifestationen, befähigt, die sich dem Medizinmann nicht erschließen: eine Welt von Schwarzen Löchern, Quarks und Strings, die ein vorerst schlüssiges, weiteres Teilverständnis der All-Wahrheit liefert.

  Das, was der Mensch "Universum" zu nennen pflegt, umfaßt lediglich die materielle Natur (und auch "Materie" meint nur die menschliche Teilerkenntnis einer Summe von einigen wenigen energetischen Zuständen der ganzen All-Wahrheit und ist Manifestation eines Tropfens im Informationspool), die Ausdehnung alles für ihn sicht- und meßbaren. Die All-Wahrheit ist selbstverständlich unendlich, und während fast alle ihrer Ausdehnungen dem Menschen verschlossen bleiben, so wird er trotz der Beschränkung seiner Sinne neue Gedankenwelten hinzugewinnen.

All-Wahrheit
  Wie genau sieht diese All-Wahrheit aus? Beschriebe man eine endlich, also m x n große Matrix mit einer Folge zufälliger Zahlen, so würde die Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Zahlenfolge (etwa eine Telefonnummer) innerhalb der Matrix zu finden, mit der Größe der Matrix steigen. Ist die Matrix etwas größer, findet man mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit seine Personalausweisnummer darin. Wäre die Matrix groß genug, fände man diesen Text in ihr. Wäre sie noch größer, könnte man ein ganzes Buch lesen; sich die nächste Folge der "Lindenstraße" anschauen; alle Bibliotheken der Erde wiederfinden. Je größer die Matrix wird, desto mehr Informationen kann sie enthalten, letzten Endes sogar alle energetischen Zustände des uns bekannten Universums. Ist die Matrix unendlich groß, findet sich in ihr jede Wahrheit wieder, jedes erdenkliche und undenkbare Universum. Jedes Sein wird damit unabdingbar. Das Leben ist Notwendigkeit der mathematischen Wahrscheinlichkeit.

  Der menschliche Geist, die individuelle Wahrnehmung, ist eine von unendlich vielen Folgen dieses Chaos und interpretiert nun seinerseits einige dieser Informationsfolgen: als Raum, Zeit, Energie und Materie, sagt: Ich denke, also bin ich. Doch Tatsache ist, daß alles ist. Das bedeutet: der menschliche Geist ist nicht die einzige Folge; es gibt auch andere Bewußtseinsformen, deren Sinne (also Interpretationsmöglichkeiten) sich entweder auf ganz andere Gebiete der Allinformationsmatrix spezialisiert haben oder bestimmte Informationsfolgen, die auch der Mensch wahrnimmt, ganz anders interpretieren. Einige kennen die Zeit, einige nehmen sie anders wahr, einigen ist diese Idee vollkommen fremd.

Alllogisches Gut und alllogisches Böse
  Ist die Rezeption von "Gut" und "Böse" anthropozentrisch? Vermutlich eher nicht. Das Erkennen der Moral von Gut und Böse ist die Erkenntnisfähigkeit, zwei fundamentale Prinzipien der All-Wahrheit wahrzunehmen; zwei von vielen - moralisch unfähigen - Strömungen, Kräften bzw. Lesarten des Subtextes aller Ereignisse und Informationsflüsse, die einander bedingen und gegeneinander wirken.

Bedeutung
  Einen praktischen Nutzen hat diese Theorie für das Leben des Menschen nicht. Wenn alles wahr und doch nur Illusion ist, hilft das nun nicht gerade, die richtigen Entscheidungen im Leben zu treffen. Lehrt die Non-Non-Existenz Determinismus, nimmt dem Menschen die Verantwortung für sein Handeln? Es scheint so, denn wenn alles sein muß, was sein kann, und alles sein kann, weil alles ist, gibt es kein Richtig und kein Falsch, kein Gut und kein Böse. Und doch: der freie Wille des Menschen mag nur Illusion sein, dennoch ist er real existent - schließlich akzeptieren wir auch die Atemluft als das, was sie uns zu sein scheint: ein Gemisch aus überlebenswichtigen Molekülen. Vergessen wir also nicht den unbewußten Einfluss unseres Handelns auf andere Welten (anthropozentrisch gesehen: Welten in anderen Raum/Zeit-Gefügen, Parallelwelten, anderen Dimensionen, auf anderen Ebenen - und unsere eigenen zukünftigen Welten; mathematisch gesehen: unser Wirken auf uns unbewußte Gebiete der All-Wahrheit).

  Und dennoch mag dieses Weltbild eine gewisse Neugier nähren: wie geht es in dieser Welt weiter? Wie könnten andere Welten aussehen? Und: was geschieht nach dem Tod? Selbst für einen Atheisten besteht Grund zum Glauben, daß alles Wissen und Bewußtsein nicht verlorengehen wird, sondern fortbestehen wird - in einer anderen Gedankenwelt, die der jetzigen vollkommen oder teilweise entrückt ist (oder anders gesagt: in einem anderen Teil der All-Wahrheit).

  Das waren jetzt einfach mal meine Gedanken zu dem Thema.

  Mir wird hinterher wieder einer vorwerfen, diese Gedanken hätte sich irgendein nie ernstgenommener Grieche oder der erste Neandertaler schon gemacht und mir das mit irgendwelchen weisen Büchern belegen oder mir erklären, daß man diese Theorie bereits im ersten Philosophie-Semester verdauen muß. Erstens stimmt das dieser (durch pi nachweisbaren Theorie, man müßte halt suchen) zufolge sowieso, und zweitens passiert mir das andauernd, ich erdachte beispielsweise einmal eine motorbetriebene Spaghettigabel, die die Pasta auf Knopfdruck selber aufrollt, und fand ein solches Modell sehr bald im Quelle-Katalog. Ich verdächtige meine Mutter, der habe ich als einziger davon erzählt und danach das!. Die hat unsere Urlaube mit dem finanziert, was ich so am überaus familiären Küchentisch erzählt habe, da wette ich. Ich erahne die Gründe für ihr unglaublich... liebevolles Verhalten mir gegenüber... klarer Fall von "schlechtes Gewissen", höhö.

Zur freundlichen & gefälligen Kenntnisnahme:

Playlist:
  Apocalyptica: (Reflections :: 07) Conclusion
  Corvus Corax: Avanti
  Therion: (Vovin :: 09) Draconian Trilogy - 2
  Rawside: (Out Of Control :: 5) Hunde des Krieges
  Lullacry: (Crucify My Heart :: 09) this time
  Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem
  Apocalyptica: (Inquisition Symphony) Harmageddon
  Xandria: (Unreleased) Keep My Secret Well
  Helloween: Future World
  Rob Dougan: (Furious Angels :: 07) There's Only Me
  Die Ärzte: (Geräusch :: 04) Nicht allein
  Juno Reactor Vs Don Davis: (The Matrix Reloaded OST (Disc 2) :: 06) Burly Brawl
  Apocalyptica: (Reflections :: 08) Resurrection
  Sentenced: (Frozen :: 07) The Rain Comes Falling Down
  Iced Earth: (Horror Show :: 02) Damien
  Scharlatan: (Die lieben heilig König drey :: 06) Under der Linden
  Therion: (Vovin :: 05) The Wild Hunt

Papers:
  OCB Slim


[trollsignatur]Wer Rechtschraipveler fidnet, draf si ebehalte!!!!!! *loooololol*[/trollsignatur]


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