Dugarun :: Forenübersicht :: Registrieren :: Anmelden

NAME:  speichern
 P455W0R7:   
 
   
 
zurück zum Forum
Film und Bild
Terminator 3 - Rise Of The Machines
1 / 1 antworten

Akareyon

Terminator 3 - Rise Of The Machines (verfasst: Montag, 4. August 2003, 15:54) #

Gross war das Bangen der Fans: würde jetzt, zwölf Jahre nach dem zweiten Teil, die Fortsetzung der Kultfilme um John und Sarah Connor und die Killermaschinen ein würdiger Nachfolger werden können?

  Noch größer die Furcht, da nicht James Cameron, der schon mit "Terminator", "Terminator 2", "Aliens" und "Titanic" den Ruf des Kultfilm - und Kultfortsetzungs-Regisseurs fest ins Fundament Hollywoods zementiert hat, sondern Jonathan Mostow diesesmal Regie führen würde: eine Art No-Name, sieht man von seinem U-Boot-Thriller "U-571" einmal ab.

  Weitere Fragen häuften sich: wie würde die Story aussehen, wie würde sie fortgesetzt werden? Würde es eine Fortsetzung der Sorte "Hey, wir machen mal eben mit einem guten Namen den schnellen Dollar" werden, wie es sie schon viel zu häufig gibt? Würde die gesamte Handlung aus dem zweiten Film einfach nochmal aufgewärmt werden und als Drei-Gänge-Menü verkauft werden?

  Doch alle Furcht war umsonst, und ich nehme eines vorweg: T3 ist meiner Meinung nach ein sehr würdiger Nachfolger zu seinen beiden Prequels.

  Zur Story: John Connor ist im Untergrund abgetaucht, ohne Namen und Identität, in ständiger, paranoider Furcht vor der Zukunft. Das Datum des "Judgement Days", das Sarah Connor nannte, war normal verlaufen, es ist nicht zum nuklearen Holocaust gekommen. Die Menschen regieren die Erde. Doch ein Rehkitz wird die Geschichte wieder umschreiben...

  Diesesmal setzen die Maschinen aus der Zukunft wieder einen Roboter ein, um in ihrer Gegenwart dafür zu sorgen, daß John Connor, Rebellenführer und ihr gefährlichster Feind, ihnen gar nicht erst gefährlich werden kann. Doch dieser Cyborg hat es in sich. Während der T-1000 aus "T2" komplett aus Liquidmetall bestand, jede Form annehmen konnte, die ihm gefiel, doch keine komplexen mechanischen oder Explosions-Waffen aus seinen Gliedern formen konnte, bekommt der T-X diese gleich mitgeliefert: nur über dem Endoskelett befindet sich eine Liquidmetallschicht, der Rest ist High-Tec pur: in den Armen befindet sich ein ganzes Inspektor-Gadget-Arsenal an Primär- und Sekundärwaffen und praktischen Werkzeugen, sodaß der T-X im Prinzip ein wandelndes Schweizer Offiziersmesser ist, das nebenbei auch noch andere Maschinen kontrollieren kann. Mit einem Ziel: den Widerstand aus dem Untergrund der Zukunft in der Gegenwart zu vernichten.

  Die Rebellen freilich sind auch nicht allzudoof und schicken ihren guten alten T-800 hinterher. Wieder mal gespielt von Arnold Schwarzenegger, der eine erstklassige Performance abgibt (wenn das möglich ist, wenn man einen gefühllosen Roboter spielen muß). Auch er hat einen Auftrag: John Connor (überzeugend: Nick Stahl) und Kate Brewster (hinreißend: Claire Danes), eine Tierärztin, zu schützen.

  Grosser Überfeind ist diesesmal übrigens Skynet, die AI, die den Judgement Day auslösen wird - nicht Cyberdyne, die die "Hardware" entwickelt haben.

  Was folgt, ist klar: die Flucht vor dem T-X (Die Tatsache, daß dieser von der Norwegerin Kristanna Loken gespielt wird, hat allerdings den bitteren Nebeneffekt, daß man den Killerroboter am liebsten nach allen Regeln Vatsyayanas verwöhnen möchte anstatt sich vor ihm zu fürchten), und die gestaltet sich wahnsinnig wie aufregend. Nicht jedoch ohne den einen oder anderen Seitenhieb auf die Vorgängerfilme, kleine Schmankerl für Fans der ersten Stunde und ein deutliches Zeichen, daß sich der Film selbst nicht zu ernst nimmt. Seien es Allusionen auf das berühmte "I'll be back" oder einfach irgendwelche Albernheiten (die meist mit der Stoik des T-800 zu tun haben), die dennoch gut rüberkommen und den Film gebührend auflockern, ohne ihn zu versauen. Auch schön: ein kleiner Auftritt von Dr. Peter Silbermann...

  Auch ist die Story nicht allzu vorhersehbar. Häufig genug, immer wieder, gibt es überraschende Wendungen, und das macht den ganzen Film zum wahrhaftigen Genuss. Die Special Effects überzeugen und wurden nur dort eingesetzt, wo sie gebraucht wurden (was wir also nicht zu sehen bekommen, ist irgendein dummes Polygon-Gebattle der Marke "Matrix: Reloaded"), in der Tat: der beste Spezialeffekt ist der, den man nicht merkt. Doch spätestens, wenn man durch den Schädel vom Terminator schauen kann, ist klar: da haben sich ein paar Jungs Mühe gegeben, und das nicht zu wenig.

  Es bleiben einige Fragen offen für diejenigen, die einigermassen mit dem bisherigen Mythos vertraut sind, doch das Ende läßt genügend Raum für Klärung in den folgenden vier Filmen.

  Sicher hat der Film die eine oder andere Schwachstelle. Einer der Kämpfe mit dem T-X (nämlich der im Klo) erschien mir ein bisschen zu überzogen, und ganz ehrlich: die Nummer auf dem Friedhof war zwar praktisch, hat der Story an sich jedoch nicht wirklich weitergeholfen. Der philosophische Anspruch, wenn man es so nennen darf, und auch das Gefühl bleibt jedoch hinter den ersten beiden Filmen weit zurück. Abgesehen davon tun sich weitesgehend unüberwindbare Abgründe zur Logik bzw. Story der ersten beiden Teile auf, die größtenteils mit dem Zeitreiseproblem zu tun haben. Doch vielleicht wird der mögliche vierte Teil für Aufklärung sorgen.

  Alles in allem ein dennoch ein kurzweiliger und damit sehr empfehlenswerter Film, daher:

8/10

Regie: Jonathan Mostow
Buch: John Brancato, Michael Ferris
Schauspieler: Arnold Schwarzenegger, Nick Stahl, Claire Danes, Kristanna Loken, Earl Boen


.

IMDb-Seite


antwort mit zitat
   antworten



schreiben
antworten
umfragen
bearbeiten
löschen
moderieren

Obligates
Palantír
Tandaradei
Ex Libri
Film und Bild
In taberna quando sumus
Verweise

Dugarun
Memversuche




Nehmen wir an, daß eine kleine monochromatische Lichtquelle Licht ausstrahlt auf einen schwarzen Schirm, der zwei kleine Löcher hat. Die Durchmesser der Löcher brauchen nicht viel größer zu sein als die Wellenlänge des Lichtes, aber ihr Abstand soll erheblich größer sein. In einigem Abstand hinter dem Schirm soll eine photographische Platte das ankommende Licht auffangen. Wenn man dieses Experiment in den Begriffen des Wellenbildes beschreibt, so sagt man, daß die Primärwelle durch beide Löcher dringt. Es wird also zwei sekundäre Kugelwellen geben, die von den Löchern ihren Ausgang nehmen und die miteinander interferieren. Die Interferenz wird ein Muster stärkerer und schwächerer Intensitäten, die sogenannten Interferenzstreifen, auf der photographischen Platte hervorbringen. Die Schwärzung der photographischen Platte ist im Quantenprozeß ein chemischer Vorgang, der durch einzelne Lichtquanten hervorgerufen wird. Daher muß man das Experiment auch in der Lichtquantenvorstellung beschreiben können. Wenn es nun erlaubt wäre, darüber zu sprechen, was dem einzelnen Lichtquant zwischen seiner Emission von der Lichtquelle und seiner Absorption in der photographischen Platte passiert, so könnte man in derfolgenden Weise argumentieren. Das einzelne Lichtquant kann entweder durch das erste oder durch das zweite Loch gehen. Wenn es durch das erste Loch geht und dort gestreut wird, so ist die Wahrscheinlichkeit dafür, daß es später an einem bestimmten Punkt der photographischen Platte absorbiert wird, davon unabhängig, ob das zweite Loch geschlossen oder offen ist. Die Wahrscheinlichkeitsverteilung auf der Platte muß die gleiche sein, als wenn nur das erste Loch offen wäre. Wenn man das Experiment viele Male wiederholt und alle die Fälle zusammenfaßt, in denen das Lichtquant durch das erste Loch gegangen ist, so sollte die Schwärzung der photographischen Platte dieser Wahrscheinlichkeitsverteilung entsprechen. Wenn man nur die Lichtquanten betrachtet, die durch das zweite Loch gegangen sind, so sollte die Schwärzungsverteilung jener entsprechen, die man aus der Annahme enthält, daß nur das zweite Loch offen war. Die Gesamtschwärzung sollte also genau die Summe der Schwärzungen in beiden Fällen sein; in anderen Worten, es sollte keine Interferenzstreifen geben. Aber wir wissen, daß dies falsch ist, und das Experiment wird zweifellos die Interferenzstreifen zeigen. Daraus erkennt man, daß die Aussage, das Lichtquant müsse entweder durch das eine oder durch das andere Loch gegangen sein, problematisch ist und zu Widersprüchen führt. Man erkennt an diesem Beispiel deutlich, daß der Begriff der Wahrscheinlichkeitsfunktion nicht eine raum-zeitliche Beschreibung dessen erlaubt, was zwischen zwei Beobachtungen geschieht. Jeder Versuch, eine solche Beschreibung zu finden, würde zu Widersprüchen führen. Dies bedeutet, daß schon der Begriff 'Geschehen' auf die Beobachtung beschränkt werden muß. Das ist allerdings ein sehr merkwürdiges Resultat, das zu zeigen scheint, daß die Beobachtungen eine entscheidende Rolle bei dem Vorgang spielt und daß die Wirklichkeit verschieden ist, je nachdem, ob wir sie beobachten oder nicht.

Werner Heisenberg (Physik und Philosophie, Frankfurt 1973, S. 34 f.)






[ powered by phpBB 2 | Impressum ]