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The War Of The Flowers (Tad Williams)
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Akareyon

The War Of The Flowers (Tad Williams) (verfasst: Mittwoch, 6. August 2003, 16:03) #

Nachdem mich William's Otherland-Epos schon sehr beeindruckt hatte (obgleich er mir nicht wirklich 100% gefallen hat), unternahm ich noch einen Versuch an dem "Tolkien des 21. Jahrhunderts".

.  Mit The War Of The Flowers lieferte er dann tatsächlich ein wirklich faszinierendes Werk ab. Wieder einmal spielt er mit dem Kontrast zwischen der realen und einer seiner Fantasy-Welten.

  In der realen Welt lebt Theo Vilmos. Theo ist Sänger, hat schon in verschiedenen Rock-Bands mitgesungen, momentan ist er tätig mit der Band "The Mighty Clouds Of Angst". Seinen Lebensunterhalt bestreitet er als Blumenlieferant. Und seine Freundin, Catherine, ist schwanger. Oh ja, ein ganz normaler Mensch ist er, ohne besondere Zukunft, ohne besondere Probleme, ein unbekannter Mensch irgendwo in San Francisco.

  Dummerweise fängt sein Leben an zu bröckeln, nach und nach. Und irgendwo inmitten der Verzweiflung und all des Nachdenkens kommt er an einen Punkt, an dem er einfach nur noch vor sich hin leben möchte. Dummerweise gibt es zwei Wesen aus zwei anderen Welten, die ihn in eine andere Welt namens "Faerie" holen möchten. Eines von den Wesen hat sie nicht mehr alle beisammen und passt in die Schublade der "unangenehmen Zeitgenossen". Das andere Wesen ist eine kleine Fee namens "Applecore". Ihre Körpergrösse macht sie mit einer grossen Klappe wett - aber immerhin fällt es einfacher, ihr durch das Glänzende Portal nach Faerie zu folgen anstatt von einem untoten Monster, das als Armprothese eine Katze benutzt.

  Willkommen nun in der Welt deiner Kindermärchen, Theo. Du wirst bemerken, daß die Oberhäupter der sechs höchsten Adelshäuser immenses Interesse an dir haben, ansonsten keine Fee, kein Troll, kein Goblin und kein Oger dich kennen werden. Willkommen in einer Parallelwelt, in der Welt der Magie, in einer Welt, die der deinen mehr ähnelt, als du dir träumen lassen würdest.

  Die Märchenwelt jedoch enpuppt sich als weniger märchenhaft, als man es sich vielleicht vorstellen möchte. Abgesehen davon, daß Theo, da er mit den örtlichen Gegebenheiten und der dortigen Etikette nicht vertraut ist, sich ein ums andere Mal in Gefahr bringt, bricht auch noch kurz nach seiner Ankunft Krieg aus. Das wäre ja alles nicht so schlimm, wären da nicht eine minderjährige, da nur 105 Jahre alte Dame namens Poppy, die sich in ihn verliebt; Applecore, die ihn mit ihrer Gewitztheit um den Verstand bringt; ein Schwarm Wassernixen, die er nicht um Passiererlaubnis ihres Flusses gebeten hat; ein untotes Wesen, das ihn terminatormäßig unerbittlich verfolgt und allerlei anderes seltsames Volk, von dem sich nicht erraten läßt, was es von ihm eigentlich will.

  Anfangs spielt Williams mit kurzen Blenden zu unterschiedlichen Personen in der Feenwelt, die gezielt Spannung erzeugen - jedoch zunächst nicht wirklich verständlich sind. Später werden diese Blenden seltener, und fast die gesamte weitere Handlung hindurch verfolgt der Leser Theos Odyssee durch die fremdartige und gefährliche Welt, in der sich erst nach und nach ein Puzzle-Teil zum anderen fügt. Und hier sind die Überraschungen dann wirklich gross. Nach und nach enthüllt sich ein Geheimnis nach dem anderen. Und da wirkt beim besten Willen nichts konstruiert - nein, da fragt sich der Leser, warum er nicht viel eher drauf gekommen ist. Die Erzählung treibt den Leser unerbittlich ans Ende des Buches, wo ein furioser (für meinen Geschmack zu gigantomanischer) Klimax den Weg für ein scheinbar Williams-typisches Ende ebnet.

  Wieder einmal läßt Williams durchblicken, daß er schon eine Menge gelesen hat und spickt das Buch mit fast allzuhäufigen Allusionen auf den "Wizard of Oz" und Anleihen aus Endes "Unendlicher Geschichte". Etwas auffällig auch die vielen Vergleiche mit dem Dritten Reich, wenn er beispielsweise von einer Disco als dem Fuhrerbunker spricht, zumal das Buch insgesamt dem Anspruch einer als Roman verpackten politisch-kritischen Botschaft nicht gerecht wird. Etwas enttäuschend auch seine Ideenlosigkeit bei der Erfindung des "Portals" zwischen den Welten. Das hatten wir mittlerweile schon zu häufig, Wolle Hohlbein läßt grüßen. "Otherland" war da weitaus innovativer.

  Insgesamt würde ich sagen: ein spannend und gut geschriebener Schinken mit prickelnden Wendungen, den man prima mit in den Urlaub nehmen kann. Ein Meisterwerk sollte man nicht erwarten; neue Türen hat er damit nicht aufgestossen.

7/10

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It has been usual for men to think and to say, "Many men are slaves because one is an oppressor; let us hate the oppressor." Now, however, there is among an increasing few a tendency to reverse this judgment, and to say, "One man is an oppressor because many are slaves; let us despise the slaves." The truth is that oppressor and slave are cooperators in ignorance, and, while seeming to afflict each other, are in reality afflicting themselves.

James Allen (As A Man Thinketh, 1902)






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