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Altar
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Akareyon

Altar (verfasst: Dienstag, 6. Januar 2004, 15:34) #

Wichtige und ernstzunehmende Warnung:


Der folgende Dugarun enthält surreale, doch detaillierte und bildhafte Beschreibungen einer äußerst brutalen Gewalttat. Dieser Hinweis soll den Leser nicht neugierig machen, sondern davor warnen, weiterzulesen, wenn er leicht zu schockieren ist. Wer Seiten wie rotten dot com wegen der Darstellungen meidet oder leicht auf Triggerreize anspricht, sollte jetzt den "Back"-Button seines Browsers benutzen oder auf den Index zurückkehren. Das Weiterlesen geschieht auf eigene Gefahr. Für alle, die glauben, mich zu kennen: dieser Absatz ist als einer von wenigen auf der ganzen Homepage nicht spaßig gemeint.


Unentschlossene könnten diese Diskussion zu dem Dugarun verfolgen.
























  Das Blut, nicht frisch, noch nicht geronnen, im ganzen Raum verteilte es sich, zäh gespritzt an die modrigen Steinwände troff es auf den staubigen Boden, von der Decke gar. Der Gestank war unerträglich, die Schönheit, obwohl einst gerühmt, noch nichteinmal mehr zu erahnen, als das hohle, stetige Brummen aus dem offenen Schädel sich erwies als Heerschar von Fliegen und anderes widerliches Getier, welches labend von der Verwesung Myriaden Eier in die weiche und teils auf den Stein gegossene Hirnmasse legte, um neuer Brut Gelegenheit zum üppigen Mahl zu lassen. Das Antlitz war von den Schädelknochen getrennt und doch achtlos weggeworfen worden, lag halb gefaltet, halb geknüllt in dem grausigen Zeichen, zu dem man die aus dem aufgeschlitzten Bauch gerissenen Gedärme gelegt hatte wie ein okkultes Mal. Der Brustkorb war aufgebrochen worden, die Rippenbögen standen, sofern sie nicht geborsten waren und blutig in ihren Beinen staken, wie drohende Stelen aufgerichtet, wie ein dunkler Dom der Grausamkeit umschirmten sie die blutige, von Maden, Würmern und Insekten durchsäte Masse aus Blut, Fleischfetzen, geborstenen Organen, Sehnen und Muskeln. Wie ein perverses Symbol des Spottes hatte man das Herz in die mit Stacheldraht gefesselten Hände der Gestalt gelegt, welches, noch durch einige seiner Adern mit dem Rest des Körpers verbunden, inmitten des Doms lag. Das, was man noch von der teils bleichen, teils blauen und teils schwarzen Haut sah, war verwest; oder unkenntlich verstümmelt duch Schnitte, Striemen und Wundmale. Schädelsplitter und Knochenstücke verteilten sich im Raume, gesät auf den Boden, im Torso, getrieben in die Luftröhre. Bolzen aus Eisen fixierten die Prinzessin, durchdrangen ihre Schulterblätter und hielten ihren Körper an den Boden genagelt. Mehrere Nägel hatten sich durch die Füße gebissen, unbewegbar sie festgehalten, um den abgerissenen Finger ihr zwischen die Beine legen zu können, ein Zeugnis des bösartigsten und widerwärtigsten Hohns, der je erdacht worden war, und ihre Scham war mit einem Büschel ihrer Haare verdeckt, welche man mit schwarzem Blut aus ihrer Leber festgeklebt hatte. Als man ein leises Wimmern vernahm, glaubte man, daß Gase der Verwesung ihren Weg durch die Luftröhre gebahnt hätten, doch jemand bemerkte die Bewegung - die Hand hatte sich um das Herz geschlossen, noch fester, es gedrückt, das Mädchen hielt sich am Leben, indem es sein Herz drückte, sein Blut weiter kreisen ließ, erhielt sich selbst unendlichen Schmerz, ewige Qual und Pein und doch auch das Leben; wie lange schon und getrieben von welchem Wahn? Und wieder drückte sie ihr Herz, ihre Finger schlossen sich fester darum, gebannt sah man zu, wie sie, immer und immer wieder, diesen Docht am Erlischen hinderte, und so stand man im einstigen Thronsaal, angeekelt, fasziniert, weinend, und wieder hörte man das Wimmern, und vielleicht war das eine Träne in dem offenen, glänzenden, blutig-verschorften Fleisch.

  So lag sie da, die Prinzessin der Liebe, Göttin Natur, auf dem Opferstein, dem Altar der Gier.


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Nehmen wir an, daß eine kleine monochromatische Lichtquelle Licht ausstrahlt auf einen schwarzen Schirm, der zwei kleine Löcher hat. Die Durchmesser der Löcher brauchen nicht viel größer zu sein als die Wellenlänge des Lichtes, aber ihr Abstand soll erheblich größer sein. In einigem Abstand hinter dem Schirm soll eine photographische Platte das ankommende Licht auffangen. Wenn man dieses Experiment in den Begriffen des Wellenbildes beschreibt, so sagt man, daß die Primärwelle durch beide Löcher dringt. Es wird also zwei sekundäre Kugelwellen geben, die von den Löchern ihren Ausgang nehmen und die miteinander interferieren. Die Interferenz wird ein Muster stärkerer und schwächerer Intensitäten, die sogenannten Interferenzstreifen, auf der photographischen Platte hervorbringen. Die Schwärzung der photographischen Platte ist im Quantenprozeß ein chemischer Vorgang, der durch einzelne Lichtquanten hervorgerufen wird. Daher muß man das Experiment auch in der Lichtquantenvorstellung beschreiben können. Wenn es nun erlaubt wäre, darüber zu sprechen, was dem einzelnen Lichtquant zwischen seiner Emission von der Lichtquelle und seiner Absorption in der photographischen Platte passiert, so könnte man in derfolgenden Weise argumentieren. Das einzelne Lichtquant kann entweder durch das erste oder durch das zweite Loch gehen. Wenn es durch das erste Loch geht und dort gestreut wird, so ist die Wahrscheinlichkeit dafür, daß es später an einem bestimmten Punkt der photographischen Platte absorbiert wird, davon unabhängig, ob das zweite Loch geschlossen oder offen ist. Die Wahrscheinlichkeitsverteilung auf der Platte muß die gleiche sein, als wenn nur das erste Loch offen wäre. Wenn man das Experiment viele Male wiederholt und alle die Fälle zusammenfaßt, in denen das Lichtquant durch das erste Loch gegangen ist, so sollte die Schwärzung der photographischen Platte dieser Wahrscheinlichkeitsverteilung entsprechen. Wenn man nur die Lichtquanten betrachtet, die durch das zweite Loch gegangen sind, so sollte die Schwärzungsverteilung jener entsprechen, die man aus der Annahme enthält, daß nur das zweite Loch offen war. Die Gesamtschwärzung sollte also genau die Summe der Schwärzungen in beiden Fällen sein; in anderen Worten, es sollte keine Interferenzstreifen geben. Aber wir wissen, daß dies falsch ist, und das Experiment wird zweifellos die Interferenzstreifen zeigen. Daraus erkennt man, daß die Aussage, das Lichtquant müsse entweder durch das eine oder durch das andere Loch gegangen sein, problematisch ist und zu Widersprüchen führt. Man erkennt an diesem Beispiel deutlich, daß der Begriff der Wahrscheinlichkeitsfunktion nicht eine raum-zeitliche Beschreibung dessen erlaubt, was zwischen zwei Beobachtungen geschieht. Jeder Versuch, eine solche Beschreibung zu finden, würde zu Widersprüchen führen. Dies bedeutet, daß schon der Begriff 'Geschehen' auf die Beobachtung beschränkt werden muß. Das ist allerdings ein sehr merkwürdiges Resultat, das zu zeigen scheint, daß die Beobachtungen eine entscheidende Rolle bei dem Vorgang spielt und daß die Wirklichkeit verschieden ist, je nachdem, ob wir sie beobachten oder nicht.

Werner Heisenberg (Physik und Philosophie, Frankfurt 1973, S. 34 f.)






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