[ D O W N L O A D ]

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01 - Dreifel
02 - Internationale
03 - Pie Jesu
      (Gabriel Fauré Cover)
04 - Standby Mode
      (Ben E. King Cover)
05 - Tuwinische Internationale
      (Huun Huur Tu Cover)
06 - de Stormfloth
      (Text: Gustav Falke)
07 - Objekt klein a
08 - Ein Rätzel!
09 - March Of The Nibbles
10 - Der Bau
      (Text: Eugen Roth)
11 - Hor
12 - Yesterday's Snow
13 - The Triumphant Return
      Of The Mighty Thunderflake
      To Blitzfriedhaven
14 - Kanon in DMG
      (Johann Pachelbel Cover)
15 - If Words Could Tell
16 - Freuvolution

[R:2011; GSZ: 1h11m]

Das vierte Album besteht hauptsächlich aus weiteren Experimenten mit BOSS microBR, KORG Kaossilator, Nintendo GameBoy, Casio SA-1 und Sinclair Spektrum (als Beepola-Emulation) und entfernt sich noch weiter vom sterilen PC-Sound der ersten beiden Alben als der Vorgänger "ivx + tollerey". Drei Tracks haben sogar eine Vocal-Spur, zwei davon ("de Stormfloth" von Gustav Falke & "Der Bau" von Eugen Roth) sind vom Blättern in alten Gedichtesammlungen inspiriert und der letzte, "Freuvolution", das Resultat jahrelangen Bemühens, endlich mal einen Raptext zu Papier zu bringen.

Ja zum Nein wird veröffentlicht unter CC BY-NC-SA 2.0.


F R E U V O L U T I O N

Manchmal wünscht' ich, ich hätte Talent
daß ich tanzen, malen oder vielleicht dichten könnt'.
Doch ich wär nicht bis heute des Wahnsinns fetteste Beute
wenn ich jemals Irrtums leck're Köder gescheut hätt'.
Denn es geht hier ja nicht darum, Weisheit zu beweisen
Bescheidenheit vorzutäuschen oder Gewähr zu leisten,
daß die Weiber sich die Kleider vom Leibe reißen
um wild verzückt sinnbefreite Hooks mitzukreischen.

Und ich bash auch nicht Medien, Bullen, Staat und System,
was täte Fefe denn, wenn ich seinen Job übernähm?
[Dies wird] keine Ode an die Freude oder Loblied auf die Freiheit,
weder Liebesgesäusel noch der Soundtrack zur Endzeit.
Nicht ein Geräusch, um Erwartungen zu erfüllen -
ich will ent-täuschen, so manche Sehnsucht stillen
nach Sinn und Gehalt – und daß mal gesagt wird:
(was man halt so sagt, wenn man nicht gefragt wird).

Jänner '81 gebor'n, im Zeichen des Aquarius
schütt ich hiermit das Füllhorn in die sieben Ozeane aus
Hab jahrelang studiert und experimentiert,
geglaubt, zu wissen, schließlich alles falsifiziert
Schönheit geahnt, den Abgrund geblickt -
hier steh ich nun, ich armer Tor – und bin, O!
so Oldschool nicht bloß, weil damals alles besser war:
dies ist die Nemesis der Romantiker.


Hab gelernt, daß der Planet irgendwann ein Paradies wird,
daß mit Wissenschaft und Technologie schlußendlich alles gut wird,
hab gelesen, daß wir noch zu Lebzeiten sehen werden,
daß Friede und Freiheit gedeihen werden auf Erden,
weil sich der Reichtum eines Kollektivs daran bemißt
ob darin jedes Individuum frei und glücklich ist -
sich seiner eig'nen Hände Arbeit erfreuen kann
ein kleines Rädchen zu drehen hat im großen Masterplan,

daß dank Hanfes Samen und der Getreide Ähren eigentlich
[mehr als!] reichlich vorhanden sei, um die Milliarden zu ernähren.
Mit 'nem Erntedankfest für der Sonne Energien,
die speisen das Ideennetz und die GameBoy-Batterien *g*
Sogar 'n bisschen Luxus wär ja gut hinzukriegen,
wenn alle mal nur kurz mit den Disputen innehielten.
Doch es heißt jeder gegen jeden im Kampf ums Überleben,
gefragt sind rigorose Taten statt leeres Gerede!

Wahrlich, wahrlich, es müßte eigentlich reichen,
auf die Lakaien zu verweisen, die einst beweisten,
daß sich der Erdkreis zu klein für alle erweist
und schon der Zeitgeist mit einer neuen Spezies kreißt:
hinfort mit Dummheit, Blutrunst und roher Gewalt,
schon den Dinos ist das Weltall um die Ohren geknallt...
Evolution durch Mutation, Intervention von oben
oder Erbgutmanipulation – was macht das denn schon? (òÓ)

Beim Organismus unter Stress, wurd' in Tests festgestellt
beschleunigt sich nämlich der Prozess: man hat mit dem Geld
Macht über Lust und Furcht, ein Maß für Gewichtungen,
ein Instrument für Zucht, Züchtung und Züchtigungen!
Jetzt dienen die Hypothesen der Entstehungstheorie
als Dogmen den Apologeten genozidaler Euthanasie -
postum hat Darwin letztlich recht gekriegt:
"survival of the shittiest" = frech obsiegt!


Wes Geistes Kind ist denn das Primat des Profits,
das Gespinst des Gewinns mit Zins und Zinseszins?
Welchen Sinn gibt es, daß not tut, daß Blut fließt?
Wer nutznießt, daß das System so wüst und korrupt ist?
Würd zu gern nur sagen, daß wir's selbst in den den Händen haben,
was zu tun, statt zu klagen, "Utopia" im Herzen zu tragen –
doch wurd mir klar, daß die Matrix lang schon vor mir da war,
als ich alle schwarzen Katzen zweimal sah

Soll'n wir noch länger dastehen, zusehen und abwarten,
bis wir die Waagschalen endlich zu zerschlagen wagen
und glasklar sagen, daß wir das fatale Maß des banalen
Ja-aber-Gelabers langsam bis zum Rande hin voll haben –
daß wir gewahr sind, daß die selben erhab'nen Gestalten
die seit uralten Zeiten nach den Diktaten toter Potentaten schalten,
welke Welten gestalten und mit Gewalt verwalten,
Völker auf planetaren Karten in fraktale Staaten spalten?

2 - 0 - 1 - 2 schließt sich der Kreis, ist die Zeit reif da die Meister
den Beweis für die Gleichzeitigkeit der Ewigkeit leisten,
eindeutig bezeugen, wie Gebenedeite und Vermaledeite
durchs Beschreiten weiser Wege Pfade weisend prophezeiten,
Kreise beschreibend die Zeichen verteilten vom Treiben greiser Kaiser,
die sich mit feinem Geschmeide vor'm heiligen Schrein vom faden Schein
des Seins verneigen und dabei die Kleinen und Waisen mit feigen Verweisen
auf geheime, heilige Eide ihrer Heimat und Speise enteignen.

[Doch] vor, hinter und neben mir, Dir, uns, Euch regen sich Meme,
die gegen verquere Regeln und Knebelverträge sich wehren,
stehen jene, die aufbegehren, statt nach Lehen zu flehen:
unentwegt auf ungeebneten Wegen edlerem entgegenstreben,
den Seelen der Gequälten Liebe geben, sich der Lese der Reben
des Segens entgegensehnen eben weil's im Eden
täglich 'ne Fete dem Leben zu Ehren (statt Tränen wegen
der verdrehten Nebelreden von Mammons Propheten) gäbe.


Stein, Betonstahl und Glas kommen zu Fall nicht aus Zufall.
Die Qual der Wahl ist keine, weißt Du die magische Primzahl.
Ob Du Blüten des Glücks pflückst und sich das Geschick fügt,
die Dynamik jedem genüge tut und kein Trug die Kritik trübt -
in der nächsten Generation wird ein neues Vorbild gebor'n
und mit jeder Iteration geht das Alte für immer verlor'n.
Drum vergebt dem, Nachfahrn und Ahnen, der sich versündigt,
den Schweigeeid kündigt und Schuldes Sühne verkündet!

Eine neue Sehnsucht steigt in die Nacht empor:
den Tag zu erblicken, da alle Angst ihre Macht verlor!
Zieht eine Bahn im Firmament bis zu aller Freuden Quell,
hallet wider im Weltenfundament so reine, klar und hell,
quert die Räume der Zeit, allem Dünkel zum Hohn,
mit der Götter Geleit in die unendlichste Dimension!
Alle Scheine getilgt, die Schlösser weit offen -

erlaubense mal, man darf ja wohl hoffen...


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