Old News

14.01.2011
Sooo, wieder ein bisschen was geschafft und die "Albums"-Sektion gefüllt und zu jedem Track ein paar Zeilen geschrieben... also, nach über zwei Jahren darf man schonmal anfangen, den Bockmist zu rationalisieren, den man damals verzapft hat.

Und wenn man die ersten drei Alben schon nicht mehr runterladen kann, dann muß ich ja wenigstens einen Roman darüber schreiben, warum das in manchen Fällen vielleicht gar nicht ganz so schlimm ist. Aber die Waage halten: es war ja nicht alles schlecht damals.

(Oh Gott, habe ich das jetzt wirklich geschrieben?)

Was ich sagen wollte: so groß bin ich (noch?) nicht, als daß ich glaubhafterweise großartig mit meiner Bescheidenheit rumprotzen könnte/sollte/würde/möchte/wollte/dürfte. Bei der ganzen Bastelei an der Seite ist mir nämlich mal aufgefallen, was für einen Weg SorgenFreu schon hinter sich hat. Für'n richtigen Epos reicht's noch nicht, aber diese "Lad mal das neue Album runter und sag mir wie's Dir gefällt"-Mentalität kann ja auch nicht das Maß der Dinge sein. Keine Frage, "die Mucke spricht für sich". Genau, und, ich spreche für mich, wenn ich sage: ein kleines Bisschen freu ich mich total darüber, daß hier ein bisschen Tütklingdong und ein bisschen Lala da positive Resonanzen erzeugt hat. So falsch im moralisch-ethisch-spirituell-metaphysischen Sinne kann's nicht sein, dieser Freude Ausdruck zu verleihen und meinerseits preiszugeben, welche Beweggründe und Gefühle den Experimenten zugrundeliegen. Daß ich hoffe, daß auch auf der "Ja zum Nein" wieder ein oder zwei Tracks für jeden von Euch dabei sind und Eure Füße, Euren Kopf oder irgendwas dazwischen in Bewegung ("Good Vibrations") versetzen.

Und vielleicht interessiert den einen oder anderen ja wirklich, wie es überhaupt zu all diesen Klangakkumulationen kommen konnte.


12.01.2011
...und natürlich existiert auch dieser Text erstmal zum Testen der Schrift- und Absatzformatierungen, aber sicherlich macht ihn das nicht wertloser als ein übliches "Lorem Ipsum Dolor".

Laßt mich noch eine traurige Geschichte erzählen; es ist nun lange genug her, so kann man mir keine Sensationsgeilheit vorwerfen.

Es war Sommer 2010, ich hatte im Sozialkaufhaus Schwelm mal wieder zwischen den Platten herumgewühlt und fand ein Cover sehr schön: ein Foto in Sepia-Tönen von einem winterlichen Park an einem vereisten See, sehr prominent darauf eine kahle Trauerweide, über die sich ganz zart und fast nur gehaucht ein Regenbogen spannt. "Requiem" stand groß drauf; Requiems finde ich toll, glaube ich, bis dahin jedenfalls kannte ich nur Mozarts "Dies Irae" (für mein Empfinden eines der wenigen wirklich wirklich wirklich guten Stücke Mozarts, Beethoven hatte da immer eine größere Trefferquote beim Zielen auf mein zartes Herzchen), das Requiem aus dem Akira-Soundtrack und die Lord-Of-The-Rings-Trailer-Version von Clint Mansells "Requiem For A Dream". Requiems sind also was trauriges und getragenes, dachte ich mir, von Gabriel Fauré indes hatte ich noch nie gehört.

Im Gegensatz zu den monumentalen Totenmessen eines Berlioz oder Verdi trägt das eigentümliche Requiem von Gabriel Fauré Züge einer inneren Verhaltenheit, einer anrührenden, schönen Einfachheit. Der lyrisch-nostalgische Tonfall dieses ungewöhnlichen Werks mit dem sanften Schweben und Schwingen der melodischen Linien, der freien, sinnfälligen und zugleich sehr einprägsamen Kantabilität, der ätherisch-zarten Harmonik, dem undramatischen, träumerischen Ausdrucksgestus, dern den Ängsten des Todes, den Schrecken des Jüngsten Gerichts keinen Raum gibt, dürfte durchweg bezeichnend sein für den Kompositionsstil von Gabriel Fauré.

....beginnt der von Eckart Schwinger verfasste Text auf der Rückseite der Aufnahme vom Rundfunkchor Leipizig, der Staatskapelle Dresden, Lucia Popp und Simon Estes unter der Leitung von Sir Colin Davis in der Lukaskirche Dresden 1984... Kantabilität?

Naja, für 20 Cent kann man die ja mal mitnehmen. Hat mich dann auch erstmal nicht so geflasht, aber wo sie schonmal auf dem Teller lag, habe ich mir dann am nächsten Tag auch die zweite Seite angehört (man ahnt es schon: die, die mit dem 'Pie Jesu' anfängt). Sofort nochmal zurückgespult, Kopfhörer aufgesetzt, volle Lotte aufgedreht und nochmal von vorne. Über Wikipedia fand ich dann ein Arrangement für ein Bläsersextett von H. Kamioka, was natürlich als äußerst praktisch erwies für eine Adaption für zwei GameBoys. Ich nahm mir ein Wochenende der Klausur vor und transkribierte die Partitur in LSDJ. Ursprünglich wollte ich, wie später beim "Kanon in DMG", das ganze mit perkussiven Elementen und Arpeggios etwas "andancen". Am späten Sonntag indes war der Tabak alle, also fix Pantoffeln angezogen und rüber zum Kiosk.

Die "Bild am Sonntag" titelte mit dem Drama bei der Love Parade. Und das fand ich ziemlich gruselig. Sollte ich gleich hingehen und das Stück als "Requiem For A Raver" ins Netz stellen? Freunde von Bekannten waren da, ich hatte auch mit dem Gedanken ans Hingehen gespielt, hier ist schließlich alles sozusagen um die Ecke.

Schließlich tat ich von alledem nichts, so ist das "Pie Jesu" mein ganz persönliches Andenken an die Tänzer der Liebe, die der blatanten Unvernunft der Veranstalter und Organisatoren zum Opfer fielen.


11.01.2011
Ein schönes Datum! Fast so schön wie 21.12.2012. Aber lassen wir die Witzeleien. Keine Ahnung, ob die einzelnen Seiten schon Inhalt haben werden, wenn Ihr dies lest -- momentan bin ich froh, die HTML-Tables und das CSS gebändigt bekommen zu haben (mal wieder ganz großes Kung Fu, das normalerweise gar nicht auffällt oder auffallen soll, aber wer eine hohe Bildschirmauflösung hat, kann ja mal spaßeshalber sein Browserfenster runterskalieren. Gut, woll?). Ist wahrscheinlich noch nicht alles ganz fertig, aber immerhin schon soweit, daß sich eine kleine Neuigkeit draus machen läßt: SorgenFreu hat jetzt eine eigene Website! Diese ist ab sofort erreichbar unter http://www.dugarun.de/SorgenFreu (es sei denn, ich vergesse mal wieder, die Servermiete zu überweisen). Das hat den Vorteil, daß SorgenFreu nicht so leicht zwischen den anderen Dugarun verschütt gehen kann.

Als wäre das allein nicht genug Anlaß zu Jubel, ausgelassener Stimmung und ausschweifenden Parties bis zum Morgengrauen, geht gleich der eigentliche Sektkorken hoch: SorgenFreu-Album No. 4 ist so gut wie fertig! Nur noch Cover zum Druck bringen, Rohlinge brennen und Labels draufkleben. Eine Arbeit für einen, der Vater und Mutter erschlagen hat, oder für mies bezahlte Soziologiestudentinnen -- steht mir bloß beides nicht zu Gebote, also muß ich das selber machen. Dann kann auch von einem Release die Rede sein. Natürlich wird es die "Ja zum Nein" (so wird das Werk heißen) wie immer auch als Free Download geben, dann halt aber ohne das schöne Cover. Wer sich also unbedingt ein Exemplar aus handgeschnitzter Kleinauflage zum Anfassen und Angucken ins Regal stellen möchte, kann schonmal per Mail an akareyon [klammeraffe] yahoo [punkt] com vorbestellen.

Es erwarten Euch die gewohnt experimentellen Klangakkumulationen im typisch romantisch-melancholischen SorgenFreu-Stil irgendwo zwischen Film/Gamesoundtrack, Trip Hop, Klassik, Techno, Folk und Schlager, hier und da mit Wiedererkennungswert, dort und sonst der Einzigartigkeit und Unreproduzierbarkeit preisgegeben. Insbesondere das Instrumentarium hat sich im Vergleich mit den Vorgängeralben verändert: dominierten dort noch synthetische Streicher, Konservendrums und VST-Effekt-Plugins die Klangfarben und gaben PC-Sequencer den Modus der Arrangements vor, gibt jetzt das SorgenFreu-Rucksackorchester den LoFi-Ton an. Wer also nicht in seiner Jugend durch stundenlanges C64- und GameBoy-Gedaddel an Rechteckkurven und 8-Bit-Sounds gewohnt ist, wird nicht unbedingt Liebe auf den ersten Klick erfahren, sollte seinen Ohren aber trotzdem eine faire Chance geben, sich mit der "Ja zum Nein" anzufreunden.

Ach ja, und noch einen Marketinggag habe ich mir ausgedacht: das Debut, die "EYS" und die "Ivx + Tollerey" werden vom Server genommen. Warum? Ganz einfach: was nichts kostet, ist nichts wert - und die "Ja zum Nein" gibbet nur zum Preis der anderen drei :-)

This is a disclaimer. "SorgenFreu" is a Dugarun project. dugarun.de is a digital/virtual/audiovisual/philosophical art experiment maintained by Rhandir Akareyon Nogeadson promoting peace, freedom, love, joy, knowledge, beauty and justice. If you have reasons to believe that this data is harmful to you or anyone or violates your or anyone's freedom and/or happiness, please let me know so we can sort things out asap.


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